Die Ver­stei­ge­rung mexi­ka­ni­scher Kunst­ge­gen­stän­de

Das Kul­tur­gü­ter­rück­ga­be­ge­setz gilt nur für Gegen­stän­de, die nach dem 26. April 2007 aus den Her­kunfts­län­dern aus­ge­führt wor­den sind.

Die Ver­stei­ge­rung mexi­ka­ni­scher Kunst­ge­gen­stän­de

Mit die­ser Begrün­dung hat das Ver­wal­tungs­ge­richt Köln die "Anhal­te­an­ord­nung" des Lan­des Nord­rhein-West­fa­len auf­ge­ho­ben, mit der die Ver­stei­ge­rung mexi­ka­ni­scher Kunst­ge­gen­stän­de vor­läu­fig gestoppt wor­den war. Für die im Juni 2011 durch­ge­führ­te Ver­stei­ge­rung wur­den u.a. 25 Kunst­ge­gen­stän­de aus Mit­tel­ame­ri­ka, alle aus der prä­ko­lum­bia­ni­schen Zeit, im Ver­stei­ge­rungs­ka­ta­log auf­ge­führt. Auf Ersu­chen der Bot­schaft der Repu­blik Mexi­ko ver­füg­te das Minis­te­ri­um für Fami­lie, Kin­der, Jugend, Kul­tur und Sport des Lan­des Nord­rhein-West­fa­len als zustän­di­ge Kul­tur­be­hör­de am 17. Juni 2011 die „Anhal­tung“ der Kul­tur­ob­jek­te, da die­se ille­gal aus Mexi­ko aus­ge­führt wor­den sei­en. Rechts­grund­la­ge war das 2007 in Kraft getre­te­ne Kul­tur­gü­ter­rück­ga­be­ge­setz, mit dem die Bun­des­re­pu­blik Deutsch­land eine UN-Kon­ven­ti­on zum Schutz von Kul­tur­gü­tern umge­setzt hat. Die in der Ver­fü­gung bezeich­ne­ten Gegen­stän­de wur­den dar­auf­hin ledig­lich „unter Vor­be­halt“ durch das Kunst- und Auk­ti­ons­haus Lem­pertz in Köln ver­stei­gert und den Erwer­bern nicht aus­ge­hän­digt. Dage­gen ist vom Kunst­haus Lem­pertz Kla­ge erho­ben wor­den.

Nach Auf­fas­sung des Ver­weal­tungs­ge­richts Köln gilt das Kul­tur­gü­ter­rück­ga­be­ge­setz nur für Gegen­stän­de, die erst nach dem 26. April 2007 aus den Her­kunfts­län­dern aus­ge­führt wor­den sind. Dies trifft auf die hier strei­ti­gen Gegen­stän­de, die zum Teil bereits seit Jahr­zehn­ten auf dem inter­na­tio­na­len Kunst­markt gehan­delt wer­den, nicht zu. Zudem sind die Gegen­stän­de zum Zeit­punkt der behörd­li­chen Ent­schei­dung noch nicht in ein öffent­lich zugäng­li­ches Regis­ter der Repu­blik Mexi­ko ein­ge­tra­gen gewe­sen. Dass Mexi­ko ein Ver­fah­ren zur Regis­trie­rung der Gegen­stän­de ein­ge­lei­tet hat, ist ent­ge­gen den gesetz­li­chen Vor­aus­set­zun­gen zum Zeit­punkt der Anhal­te­ver­fü­gung noch nicht öffent­lich bekannt gemacht wor­den.

Ver­wal­tungs­ge­richt Köln, Urteil vom 25. April 2012 – 10 K 3537/​11