Fol­gen­be­sei­ti­gungs­an­spruch – und sei­ne recht­li­che Unmög­lich­keit

Der Anspruch auf Fol­gen­be­sei­ti­gung kann nicht auf die Her­stel­lung eines rechts­wid­ri­gen Zustan­des gerich­tet sein.

Fol­gen­be­sei­ti­gungs­an­spruch – und sei­ne recht­li­che Unmög­lich­keit

Die durch die Voll­zie­hung eines rechts­wid­ri­gen Ver­wal­tungs­akts geschaf­fe­nen Fol­gen kön­nen auch durch den Erlass eines begüns­ti­gen­den Ver­wal­tungs­akts besei­tigt wer­den1. Inso­weit kann der betrof­fe­ne Bür­ger den behaup­te­ten Fol­gen­be­sei­ti­gungs­an­spruch im Wege der Voll­zugs­fol­gen­be­sei­ti­gung nach § 113 Abs. 1 Satz 2 und 3 VwGO gel­tend machen.

Der Antrag auf Besei­ti­gung der Fol­gen der Voll­zie­hung eines vom Gericht auf­ge­ho­be­nen Ver­wal­tungs­akts nach § 113 Abs. 1 Satz 2 und 3 VwGO stellt ein pro­zes­sua­les Mit­tel dar, um einen Anspruch auf Fol­gen­be­sei­ti­gung gel­tend zu machen. Ein sol­cher Anspruch ent­steht, wenn durch öffent­lich-recht­li­ches Ver­wal­tungs­han­deln eine sub­jek­ti­ve Rechts­po­si­ti­on ver­letzt und dadurch ein andau­ern­der rechts­wid­ri­ger Zustand geschaf­fen wor­den ist. Der Anspruch ist auf die Wie­der­her­stel­lung des besei­tig­ten recht­mä­ßi­gen Zustands gerich­tet; zu besei­ti­gen sind alle der han­deln­den Behör­de zuzu­rech­nen­den, noch andau­ern­den unmit­tel­ba­ren Fol­gen ihres rechts­wid­ri­gen Vor­ge­hens2. Die Besei­ti­gung kann nicht ver­langt wer­den, wenn der rechts­wid­rig her­bei­ge­führ­te Zustand nach­träg­lich lega­li­siert wor­den ist oder die recht­lich mög­li­che Lega­li­sie­rung sicher zu erwar­ten ist. Hier steht dem Anspruch auf Fol­gen­be­sei­ti­gung der Ein­wand der unzu­läs­si­gen Rechts­aus­übung ent­ge­gen3. Glei­ches gilt, wenn der mit der Fol­gen­be­sei­ti­gung ange­streb­te Zustand sei­ner­seits der Rechts­ord­nung wider­sprä­che4.

Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richt, Beschluss vom 2. Dezem­ber 2015 – 6 B 332015 -

  1. vgl. Wolff, in: Sodan/​Ziekow, VwGO, 4. Aufl., § 113 Rn. 223 []
  2. stRspr; vgl. BVerwG, Urtei­le vom 19.07.1984 – 3 C 81.82, BVerw­GE 69, 366, 368 ff.; vom 23.05.1989 – 7 C 2.87, BVerw­GE 82, 76, 95; und vom 19.02.2015 – 1 C 13.14NJW 2015, 2358 Rn. 24 []
  3. BVerwG, Urtei­le vom 06.09.1988 – 4 C 26.88, BVerw­GE 80, 178, 179 ff.; und vom 26.08.1993 – 4 C 24.91, BVerw­GE 94, 100, 111 []
  4. BVerwG, Urteil vom 26.08.1993 – 4 C 24.91, BVerw­GE 94, 100, 112 f. []