Internationaler Tag der Kinderrechte

Auf ein Viertel Jahrhundert kann die Kinderrechtskonvention der Vereinten Nationen mit dem heutigen Tag zurückblicken.

Internationaler Tag der Kinderrechte

Genau vor 25 Jahren, am 20 November 1989, ist die UN-Kinderrechtskonvention von der Generalversammlung der Vereinten Nationen verabschiedet worden. Seitdem wird der 20. November als Internationaler Tag der Kinderrechte begangen. In der Konvention wird in den festgelegten 54 Artikeln deutlich zum Ausdruck gebracht, dass Kinderrechte Menschenrechte sind. Das darf aber nicht dazu führen, dass Kinder wie kleine Erwachsene behandelt werden. So ist die Kinderrechtskonvention speziell auf die besonderen Bedürfnisse und Anforderungen von Menschen unter 18 Jahren zugeschnitten.

Auch wenn fast alle Staaten die UN-Kinderrechtskonvention unterschrieben haben, bereitet die Umsetzung für die einzelnen Länder immer mal wieder Schwierigkeiten: Beispielsweise musste das Bundesverfassungsgericht 2010 die bis dahin geltende Regelsatz-Berechnung bei Hartz IV bemängeln, da der Regelbedarf eines Kindes von dem Regelsatz eines Erwachsenen abgeleitet wurde. Es fehle eine kindspezifische Bedarfsermittlung, denn ein Kind ist kein kleiner Erwachsener. Die Regelsätze für Hartz IV-Bezieher mussten daher neu berechnet werden.

Mit dem Wissen, dass laut UN-Bevölkerungsbericht inzwischen 1,8 Milliarden Menschen auf der Erde zwischen 10 und 24 Jahre jung sind, sollte das Grund genug sein, die Jugend zu fördern und zu nutzen. Dieser Höchststand an Jugend kann – mit der richtigen Unterstützung – die Entwicklung in den einzelnen (ärmeren) Ländern vorantreiben.

Aber auch in großen Industriestaaten wird teilweise wenig bis gar keine Rücksicht auf die besonderen Bedürfnisse der Kinder und Jugendlichen genommen. So ist es in der Weltmacht USA durchaus an der Tagesordnung, dass in bestimmten Staaten Kinder unter 16 nach Erwachsenen-Strafrecht verurteilt werden. Da die USA eins der wenigen Länder ist, die sich bis heute weigern, die UN-Kinderrechtskonvention zu ratifizieren, sind sie nicht an der Einhaltung der dort verankerten Rechte gebunden. Was das über eine Nation aussagt muss hier nicht näher erläutert werden.

Auch ohne Unterstützung der USA hat die UN-Kinderrechtskonvention gerade im Frühjahr diesen Jahres eine Neuerung erfahren: Mit dem Inkrafttreten des 3. Zusatzprotokolls haben Kinder nun die Möglichkeit, sich gegen Verletzungen ihrer Rechte zu wehren. Werden die in der Kinderrechtskonvention festgehaltenen Rechte in einem Land verletzt, das die Konvention ratifiziert hat, kann das Kind dies bei den Vereinten Nationen anzeigen, wenn der Rechtsweg im betroffenen Land erfolglos war. Mit diesem Beschwerdeverfahren wird deutlich, dass die UN-Kinderrechtskonvention nicht seit 25 Jahren stillsteht, sondern stetig weiterentwickelt wird und sich den Gegebenheiten und Bedürfnissen (versucht) anzupassen. Mit 25 Jahren ist man zwar kein Kind mehr – aber man ist auch noch nicht alt: Man besitzt alle Energie und Kraft, um noch Einiges zu bewegen!