Kos­ten­er­stat­tung für Schul­bus­li­ni­en

Rich­tet ein Land­kreis Schul­bus­li­ni­en ein, um Schü­ler aus sei­nem Gebiet zu Schu­len in einen ande­ren Kreis zu fah­ren, kann er die Kos­ten dafür grund­sätz­lich nicht von der ande­ren Kom­mu­ne erstat­tet ver­lan­gen. Mit die­ser Begrün­dung hat das Ver­wal­tungs­ge­richt Koblenz eine Kla­ge des Land­krei­ses Cochem-Zell gegen den Land­kreis Neu­wied abge­wie­sen.

Kos­ten­er­stat­tung für Schul­bus­li­ni­en

Im beklag­ten Land­kreis Neu­wied lie­gen zehn För­der­schu­len, die von etwa 1.200 Schü­lern besucht wer­den. Davon woh­nen ca. 620 Schü­ler außer­halb des Land­krei­ses, u. a. im Kreis­ge­biet Cochem-Zell. Der kla­gen­de Land­kreis Cochem-Zell betreibt drei Schul­bus­li­ni­en, um die in sei­nem Gebiet woh­nen­den Schü­ler nach Neu­wied fah­ren zu kön­nen. Der Land­kreis Neu­wied lehnt es ab, Bus­li­ni­en für den Trans­port die­ser Schü­ler ein­zu­rich­ten, weil dies für ihn unwirt­schaft­lich sei. Statt­des­sen erstat­tet er dem Land­kreis Cochem-Zell Kos­ten in Höhe der Prei­se von Schü­ler­jah­res­kar­ten. Wei­te­re Kos­ten erstat­tet der Land­kreis Neu­wied nicht. Des­we­gen hat der Land­kreis Cochem-Zell Kla­ge zum Ver­wal­tungs­ge­richt erho­ben.

Die Kla­ge hat­te kei­nen Erfolg: Nach Auf­fas­sung des Ver­wal­tungs­ge­richts Koblenz kön­ne der Land­kreis Cochem-Zell weder nach dem rhein­land-pfäl­zi­schen Schul­ge­setz noch aus ande­ren Rechts­grund­la­gen ver­lan­gen, dass ihm der Land­kreis Neu­wied die Kos­ten der Schul­bus­li­ni­en erstat­tet. Nach dem Schul­ge­setz sei aus­schließ­lich der jewei­li­ge Schü­ler Inha­ber eines etwai­gen Anspruchs auf Über­nah­me der Schü­ler­be­för­de­rungs­kos­ten. Der Klä­ger kön­ne auch nicht mit Erfolg gel­tend machen, im Inter­es­se des Land­krei­ses Neu­wied als sog. Geschäfts­füh­rer ohne Auf­trag tätig gewe­sen zu sein, dem die Kos­ten sei­ner Betä­ti­gung zu erstat­ten wären. Denn die Schü­ler­be­för­de­rung sei nach dem Schul­ge­setz allein Sache des Land­krei­ses oder der kreis­frei­en Stadt, in deren Gebiet die Schu­le lie­ge. Die­se hät­ten zu ent­schei­den, ob sie Schul­bus­li­ni­en ein­rich­ten. Nicht aber müss­ten sie für Kos­ten ande­rer Kör­per­schaf­ten auf­kom­men, die eigen­stän­dig ent­schie­den hät­ten, die in ihrem Gebiet woh­nen­den Schü­ler zu beför­dern, ohne für die­se Auf­ga­be zustän­dig zu sein und ohne dass eine Kos­ten­ver­ein­ba­rung mit der eigent­lich zustän­di­gen Kör­per­schaft getrof­fen wor­den sei.

Ver­wal­tungs­ge­richt Koblenz, Urteil vom 24. Juni 2010 – 7 K 1429/​09.KO