Land­wirt­schaft­li­che Sub­ven­tio­nen für die Schaf­hal­tung

Ein Land­wirt erhält auch dann eine Betriebs­prä­mie nach euro­päi­schem Recht, wenn sei­ne land­wirt­schaft­li­che Schaf­hal­tung über­wie­gend der Land­schafts­pfle­ge und dem Natur­schutz dient.

Land­wirt­schaft­li­che Sub­ven­tio­nen für die Schaf­hal­tung

In einem jetzt vom Ober­ver­wal­tungs­ge­richt Rhein­land-Pfalz in Koblenz ent­schie­de­nen Fall hat die bei­gela­de­ne Inha­be­rin eines land­wirt­schaft­li­chen Betrie­bes mit dem Land Rhein­land-Pfalz und dem Land­kreis Bad Dürk­heim ver­trag­lich ver­ein­bart, dass sie bestimm­te Flä­chen unter Auf­la­gen und nach Anwei­sun­gen der Natur­schutz­be­hör­den mit Scha­fen und Zie­gen bewei­det. Die Anträ­ge auf Zah­lung einer Betriebs­prä­mie wur­den abge­lehnt, weil die Nut­zung der Grund­stü­cke der Land­schafts­pfle­ge sowie dem Natur­schutz und nicht der Land­wirt­schaft die­ne. Auf den von der Bei­gela­de­nen ein­ge­leg­ten Wider­spruch ver­pflich­te­te der Kreis­rechts­aus­schuss das Land, die Prä­mie zu zah­len. Die hier­ge­gen von der Auf­sichts- und Dienst­leis­tungs­di­rek­ti­on erho­be­ne (Bean­stan­dungs-)Kla­ge wies das Ober­ver­wal­tungs­ge­richt Rhein­land-Pfalz ab, nach­dem der Gerichts­hof der Euro­päi­schen Uni­on vor­ab ent­schie­den hat­te, dass land­wirt­schaft­li­che Bei­hil­fe auch für Grund­stü­cke gezahlt wer­den kön­ne, deren Nut­zung über­wie­gend der Land­schafts­pfle­ge und dem Natur­schutz die­ne.

Nach den Vor­ga­ben des Euro­päi­schen Gerichts­hofs han­de­le es sich bei den bewei­de­ten Grund­stü­cken um land­wirt­schaft­lich genutz­te Flä­chen, obwohl ihre Bewirt­schaf­tung über­wie­gend dem Land­schafts- und Natur­schutz­recht die­ne. Hin­sicht­lich der Arbeits­ab­läu­fe bei der Bewei­dung ver­blei­be der Bei­gela­de­nen trotz der Auf­la­gen der Natur­schutz­be­hör­de die für die Land­wirt­schaft erfor­der­li­che Selb­stän­dig­keit. Schließ­lich wer­de die Land­wir­tin auf eige­nen Namen sowie eige­ne Rech­nung tätig und tra­ge allein das wirt­schaft­li­che Risi­ko.

Ober­ver­wal­tungs­ge­richt Rhein­land-Pfalz in Koblenz, Urteil vom 12. Janu­ar 2011 – 8 A 11191/​10.OVG