Pres­se­ak­kre­di­tie­rung zum G8-Gip­fel und der frü­he­re Haus­frie­dens­bruch

Das Ober­ver­wal­tungs­ge­richt Ber­lin-Bran­den­burg hat auf die Kla­ge einer Stu­den­tin, die neben dem Stu­di­um als freie Foto­jour­na­lis­tin tätig war, fest­ge­stellt, dass die Ver­wei­ge­rung ihrer Akkre­di­tie­rung zum G‑8-Gip­fel rechts­wid­rig war.

Pres­se­ak­kre­di­tie­rung zum G8-Gip­fel und der frü­he­re Haus­frie­dens­bruch

Die Akkre­di­tie­rung war wegen Sicher­heits­be­den­ken abge­lehnt wor­den. Der Ent­schei­dung lagen drei Ermitt­lungs­ver­fah­ren wegen Haus­frie­dens­bruchs im Zusam­men­hang mit Aktio­nen von Green­peace im April 2004 bzw. Novem­ber 2006 zugrun­de. Das Bun­des­pres­se­amt nahm an, dass die Gefahr ähn­li­cher Straf­ta­ten auf dem G‑8-Gip­fel bestehe und bezwei­fel­te, dass die Klä­ge­rin sich ent­spre­chend dem Haus­recht des Ver­an­stal­ters ver­hal­ten wer­de.

Das Ober­ver­wal­tungs­ge­richt Ber­lin-Bran­den­burg hat ein Inter­es­se der Klä­ge­rin an der Fest­stel­lung der Rechts­wid­rig­keit bejaht. Sie kön­ne sich auf das Grund­recht der Pres­se­frei­heit beru­fen und aus Grün­den der Gleich­be­hand­lung mit ande­ren Pres­se­ver­tre­tern bean­spru­chen, dass über ihren Akkre­di­tie­rungs­an­trag ermes­sens­feh­ler­frei ent­schie­den wird. Dies sei nicht gesche­hen. Die den Ermitt­lungs­ver­fah­ren zugrun­de lie­gen­den Vor­fäl­le sei­en nicht unbe­strit­ten gewe­sen und hät­ten des­halb der Ent­schei­dung über die Akkre­di­tie­rung nicht unge­prüft zugrun­de gelegt wer­den dür­fen.

Die Klä­ge­rin sei auch nur im Zusam­men­hang mit Aktio­nen von Green­peace auf­ge­fal­len, wäh­rend ihr Ver­hal­ten als Ein­zel­per­son bei Pres­se­ver­an­stal­tun­gen auch im sicher­heits­re­le­van­ten Bereich unbe­an­stan­det geblie­ben sei. Dies hät­te bei der Akkre­di­tie­rung für den G‑8-Gip­fel zu ihren Guns­ten berück­sich­tigt wer­den müs­sen.

Ober­ver­wal­tungs­ge­richt Ber­lin-Bran­den­burg , Urteil vom 22. Juni 2011 – OVG 10 B 1.11