Recht­li­ches Gehör – und die Ableh­nung eines Beweis­an­trags

Die Ableh­nung eines Beweis­an­trags ver­letzt den Anspruch eines Betei­lig­ten auf recht­li­ches Gehör nur dann, wenn die unter Beweis gestell­te Tat­sa­chen­be­haup­tung nach dem Rechts­stand­punkt des ent­schei­den­den Gerichts erheb­lich ist und die Nicht­be­rück­sich­ti­gung des Beweis­an­ge­bots im Pro­zess­recht kei­ne Stüt­ze fin­det 1.

Recht­li­ches Gehör – und die Ableh­nung eines Beweis­an­trags

Dar­über hin­aus sind nach der Recht­spre­chung des Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richts Beweis­an­trä­ge unsub­stan­ti­iert und als Aus­for­schungs­be­geh­ren unzu­läs­sig, wenn sie dazu die­nen sol­len, Behaup­tun­gen und Ver­mu­tun­gen zu stüt­zen, die erkenn­bar ohne jede tat­säch­li­che Grund­la­ge erho­ben wer­den. Die gebo­te­ne Sub­stan­ti­ie­rung eines Beweis­an­trags erschöpft sich nicht in der Behaup­tung einer bestimm­ten Tat­sa­che, die das Beweis­the­ma bezeich­net, und der Nen­nung eines bestimm­ten Beweis­mit­tels. Es ist einem Ver­fah­rens­be­tei­lig­ten und sei­nem Pro­zess­be­voll­mäch­tig­ten ver­wehrt, unter for­ma­lem Beweis­an­tritt Behaup­tun­gen auf­zu­stel­len, deren Wahr­heits­ge­halt nicht eine gewis­se Wahr­schein­lich­keit für sich haben könn­ten, und auf die­se Wei­se eine Beweis­erhe­bung zu erzwin­gen 2.

Viel­mehr bedarf es der Dar­le­gung greif­ba­rer Anhalts­punk­te (sog. Anknüp­fungs­tat­sa­chen), die dem Gericht Anlass für die begehr­te Beweis­erhe­bung geben kön­nen. Hier­an kann es u.a. dann feh­len, wenn sich die auf­ge­stell­ten Beweis­be­haup­tun­gen als deut­lich gestei­ger­tes Vor­brin­gen erwei­sen.

Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richt, Beschluss vom 25. Janu­ar 2016 – 2 B 34.14

  1. BVerfG, Beschluss vom 08.11.1978 – 1 BvR 158/​78, BVerfGE 50, 32, 36; BVerwG, Beschlüs­se vom 04.09.2008 – 2 B 61.07, Buch­holz 235.1 § 58 BDG Nr. 4; und vom 06.06.2014 – 2 B 75.13, Buch­holz 449 § 3 SG Nr. 73 Rn. 26[]
  2. BVerwG, Beschlüs­se vom 13.06.2007 – 4 BN 6.07 – BRS 71 Nr. 49 Rn. 10; und vom 06.01.2011 – 4 B 51.10 – BRS 78 Nr.190 Rn. 14[]