Schul­be­such bei gedul­de­ten Aus­län­der­fa­mi­li­en

Einem gedul­de­ten Aus­län­der soll – unter bestimm­ten wei­te­ren Vor­aus­set­zun­gen – eine Auf­ent­halts­er­laub­nis erteilt wer­den, wenn er sich am 1. Juli 2007 seit min­des­tens acht Jah­ren oder, falls er zusam­men mit einem oder meh­re­ren min­der­jäh­ri­gen ledi­gen Kin­dern in häus­li­cher Gemein­schaft lebt, seit min­des­tens sechs Jah­ren unun­ter­bro­chen gedul­det, gestat­tet oder mit einer Auf­ent­halts­er­laub­nis aus huma­ni­tä­ren Grün­den im Bun­des­ge­biet auf­ge­hal­ten hat, § 104a Abs. 1 Auf­en­thG. Eine die­se Vor­aus­set­zun­gen betrifft die schul­pflich­ti­gen Kin­der: für die­se muss nach­ge­wie­sen wer­den, dass sie tat­säch­li­che die Schu­le besucht haben.

Schul­be­such bei gedul­de­ten Aus­län­der­fa­mi­li­en

Die­ser tat­säch­li­che Schul­be­such im Sin­ne des § 104a Abs. 1 Satz 1 Nr. 3 Auf­en­thG muss für den gesam­ten Zeit­raum zwi­schen Beginn und Ende des schul­pflich­ti­gen Alters durch Zeug­nis­vor­la­ge oder Beschei­ni­gun­gen der Schu­len nach­ge­wie­sen wer­den.

Ein tat­säch­li­cher Schul­be­such im Sin­ne des § 104a Abs. 1 Satz 1 Nr. 3 Auf­en­thG kann nur dann ange­nom­men wer­den, wenn das schul­pflich­ti­ge Kind wäh­rend eines Schul­jah­res allen­falls an ein­zel­nen, weni­gen Tagen unent­schul­digt dem Schul­un­ter­richt fern­ge­blie­ben ist. Dar­an fehlt es regel­mä­ßig bei mehr als jeweils 10 unent­schul­dig­ten Fehl­ta­gen in meh­re­ren Schul­jah­ren.

Einer Prü­fung, ob sich das Feh­len auch nega­tiv auf die schu­li­sche Ent­wick­lung und/​oder Inte­gra­ti­on des Kin­des aus­ge­wirkt hat oder sol­che Aus­wir­kun­gen haben kann, bedarf es dage­gen grund­sätz­lich nicht.

Nie­der­säch­si­sches Ober­ver­wal­tungs­ge­richt, Beschluss vom 3. Febru­ar 2010 – 8 PA 17/​10