Ver­wal­tungs­kos­ten­bei­trä­ge – kei­ne Rück­erstat­tung für Stu­den­ten

Es besteht kein Anspruch von Stu­den­ten auf die Rück­erstat­tung gezahl­ter Ver­wal­tungs­kos­ten­bei­trä­ge.

Ver­wal­tungs­kos­ten­bei­trä­ge – kei­ne Rück­erstat­tung für Stu­den­ten

So die Ent­schei­dung des Thü­rin­ger Ober­ver­wal­tungs­ge­richts in den hier vor­lie­gen­den Fäl­len drei­er Stu­den­ten, die von der Tech­ni­sche Uni­ver­si­tät Ilmen­au, der Fried­rich-Schil­ler-Uni­ver­si­tät Jena und der Fach­hoch­schu­le Jena die Rück­zah­lung von an die­se geleis­te­te Ver­wal­tungs­kos­ten­bei­trä­gen begeh­ren. Der Frei­staat hat­te den – zwi­schen­zeit­lich wie­der abge­schaff­ten – Ver­wal­tungs­kos­ten­bei­trag mit dem Thü­rin­ger Hoch­schul­ge­büh­ren- und Ent­gel­te­ge­set­zes – ThürHGEG – vom 21. Dezem­ber 2006 ein­ge­führt. Danach hat­ten die Stu­die­ren­den der Thü­rin­ger Hoch­schu­len zu Beginn eines jeden Semes­ters 50 Euro für beson­de­re Leis­tun­gen im Zusam­men­hang u.a. mit der Imma­tri­ku­la­ti­on, der Beur­lau­bung, Rück­mel­dung, Exma­tri­ku­la­ti­on und der all­ge­mei­nen Stu­di­en­be­ra­tung an die Hoch­schu­len zu zah­len. Die Hälf­te des erho­be­nen Ver­wal­tungs­kos­ten­bei­trags soll­te danach dem Lan­des­haus­halt zuflie­ßen, die ande­re Hälf­te den Uni­ver­si­tä­ten unmit­tel­bar zukom­men. Nach erfolg­lo­sen Kla­gen vor den Ver­wal­tungs­ge­rich­ten Wei­mar und Gera [1] ver­fol­gen die Stu­den­ten ihr Ziel mit der Beru­fung wei­ter.

Nach Auf­fas­sung des Thü­rin­ger Ober­ver­wal­tungs­ge­richt stand dem Frei­staat die Gesetz­ge­bungs­kom­pe­tenz für die Ein­füh­rung eines sol­chen Ver­wal­tungs­kos­ten­bei­trags zu. Es hat wei­ter die auf­ge­wor­fe­ne Fra­ge, ob der Ver­wal­tungs­kos­ten­bei­trag eine Gebühr für die Abgel­tung einer unmit­tel­ba­ren Gegen­leis­tung oder ein Bei­trag für die blo­ße Mög­lich­keit der Inan­spruch­nah­me der Leis­tun­gen der Uni­ver­si­tät ist, nach dem vom Gesetz­ge­ber ver­folg­ten Zweck in dem Sin­ne beant­wor­tet, dass der Bei­trags­an­teil über­wiegt. Auch wenn das Gericht nicht ver­kannt hat, dass in eini­gen Berei­chen der Bei­trag einen gebüh­ren­recht­li­chen Ein­schlag hat. Hin­sicht­lich der Höhe der vom Lan­des­ge­setz­ge­ber fest­ge­setz­ten Gebühr ver­moch­te das Gericht weder ein gro­bes Miss­ver­hält­nis zwi­schen dem Erhe­bungs­zweck und der Höhe der Abga­be zu erken­nen, noch sah es dar­in für die Stu­die­ren­den eine unüber­wind­li­che Hür­de zum Stu­di­um.

Thü­rin­ger Ober­ver­wal­tungs­ge­richt, Urtei­le vom 9. Mai 2012 – 1 KO 713/​09; 1 KO 799/​09; 1 KO 778/​09

  1. VG Gera, Urteil vom 07.10.2009 – 2 K 65/​09 Ge; vom 28.10.2009 – 2 K 332/​09 Ge; VG Wei­mar, Urteil vom 03.09.2009 – 2 K 1128/​08 We[]