Ver­brau­cher­schutz in der Fut­ter­mit­tel­ket­te

Die Bun­des­re­gie­rung hat einen Gesetz­ent­wurf zur Umset­zung des Akti­ons­plans ”Ver­brau­cher­schutz in der Fut­ter­mit­tel­ket­te“ vor­ge­legt. Dem­nach soll mit einem zwei­ten Gesetz zur Ände­rung des Lebens­mit­tel- und Fut­ter­mit­tel­ge­setz­bu­ches eine Mel­de­pflicht für pri­va­te Labo­ra­to­ri­en ein­ge­führt wer­den, die hier­nach – wie bis­her bereits öffent­li­che Labo­ra­to­ri­en – ver­pflich­tet wer­den sol­len, bedenk­li­che Men­gen an gesund­heit­lich nicht erwünsch­ten Stof­fen, die in unter­such­ten Lebens- oder Fut­ter­mit­teln fest­ge­stellt wur­den, an die zustän­di­gen Behör­den zu mel­den. Dem Gesetz­ent­wurf zufol­ge sol­len Lebens­mit­tel- und Fut­ter­mit­tel­un­ter­neh­mer außer­dem ver­pflich­tet wer­den, Ergeb­nis­se über belas­te­te Pro­ben aus Eigen­kon­trol­len an die Behör­den zu mel­den.

Ver­brau­cher­schutz in der Fut­ter­mit­tel­ket­te

Dar­über hin­aus dient der Gesetz­ent­wurf aber auch der Anpas­sung des deut­schen Lebens­mit­tel­rechts an euro­pa­recht­li­che Vor­ga­ben. Durch

  • die Ver­ord­nung (EG) Nr. 1333/​2008 über Lebens­mrt­tel­zu­satz­stof­fe,
  • die Ver­ord­nung (EG) Nr. 1334/​2008 über Aro­men und bestimm­te Lebens­mit­tel­zu­ta­ten mit Aro­ma­ei­gen­schaf­ten zur Ver­wen­dung in und auf Lebens­mit­teln,
  • die Ver­ord­nung (EG) Nr. 1332/​2008 über Lebens­mit­tel­en­zy­me und
  • die Ver­ord­nung (EG) Nr. 1331/​2008 zur Fest­le­gung eines ein­heit­li­chen Zulas­sungs­ver­fah­rens für Lebens­mit­tel­zu­satz­stof­fe, ‑enzy­me und ‑aro­men

hat die Euro­päi­sche Uni­on die von den Ver­ord­nun­gen erfass­ten Berei­che des Lebens­mit­tel­rechts in jedem Mit­glied­staat unmit­tel­bar gel­ten­den Rechts­vor­schrif­ten unter­wor­fen. Mit dem jetzt vor­ge­leg­ten Gesetz sol­len die im Hin­blick auf die­se Rechts­ak­te der Euro­päi­schen Uni­on erfor­der­li­chen Anpas­sun­gen des Lebens­mit­tel- und Fut­ter­mit­tel­ge­setz­bu­ches, dar­un­ter ins­be­son­de­re der Straf- und Buß­geld­vor­schrif­ten, vor­ge­nom­men wer­den.

Durch die Ver­ord­nung (EG) Nr. 767/​2009 über das Inver­kehr­brin­gen und die Ver­wen­dung von Fut­ter­mit­teln, die nach ihrem Arti­kel 33 Absatz 2 ab dem 1. Sep­tem­ber 2010 gilt, wer­den vier Rats- und drei Kom­mis­si­ons­richt­li­ni­en über den Ver­kehr mit Fut­ter­mit­teln in einer Ver­ord­nung zusam­men­ge­fasst. Die bis­he­ri­gen Bestim­mun­gen wer­den dabei moder­ni­siert und ver­ein­facht, wobei die wesent­li­chen Ele­men­te der bis­he­ri­gen Rege­lun­gen wei­ter­ge­führt wer­den. Das Lebens­mit­tel- und Fut­ter­mit­tel­ge­setz­buch soll an die­se Rege­lun­gen ange­passt wer­den.

Vor dem Hin­ter­grund der Ablö­sung der Ver­ord­nung (EWG) Nr. 2377/​90 durch die Ver­ord­nung (EG) Nr. 470/​2009 über die Schaf­fung eines Gemein­schafts­ver­fah­rens für die Fest­set­zung von Höchst­men­gen für Rück­stän­de phar­ma­ko­lo­gisch wirk­sa­mer Stof­fe in Lebens­mit­teln tie­ri­schen Ursprungs soll § 10 LFGB aktua­li­siert wer­den.

Das Gesetz sieht fer­ner auch Rege­lun­gen vor, die die Zusam­men­ar­beit der nach die­sem Gesetz für die Lebens­mit­tel- und Fut­ter­mit­tel­über­wa­chung zustän­di­gen Behör­den der Län­der mit den Dienst­stel­len des Zolls in Fäl­len der risi­ko­ori­en­tier­ten Ein­fuhr­kon­trol­le von Lebens­mit­teln und Fut­ter­mit­teln aus Dritt­län­dern und mit dem Bun­des­zen­tral­amt ßir Steu­ern in Fäl­len der Kon­trol­le des Inter­net­han­dels auf eine trag­fä­hi­ge Grund­la­ge stel­len.