Ver­fah­rens­feh­ler bei Stu­den­ten­par­la­ments­wah­len im einst­wei­li­gen Rechts­schutz

Die Stu­den­ten­par­la­ments­wahl an Uni­ver­si­tät Duis­burg – Essen kann trotz eines gra­vie­ren­den Ver­fah­rens­feh­lers statt­fin­den. Das Ver­wal­tungs­ge­richt Gel­sen­kir­chen hat einen Antrag, die Durch­füh­rung der vom 21. bis 25. Novem­ber statt­fin­den­den Wah­len zum Stu­den­ten­par­la­ment an der Uni­ver­si­tät Duis­burg Essen durch einst­wei­li­ge Anord­nung zu unter­sa­gen, durch Beschluss vom heu­ti­gen Tage abge­lehnt.

Ver­fah­rens­feh­ler bei Stu­den­ten­par­la­ments­wah­len im einst­wei­li­gen Rechts­schutz

Nach den Fest­stel­lun­gen des Ver­wal­tungs­ge­richts spricht nach dem gegen­wär­ti­gen Sach­stand zwar ganz Über­wie­gen­des dafür, dass das Wahl­ver­fah­ren an einem schwer­wie­gen­den, ergeb­nis­re­le­van­ten und wohl auch nicht zu hei­len­den Ver­fah­rens­feh­ler lei­de, da die Hand­ha­bung der Frist für die Ein­rei­chung der Wahl­vor­schlä­ge durch den Wahl­aus­schuss feh­ler­haft gewe­sen sei. Der Wahl­aus­schuss hat­te die am 1. Novem­ber – einem gesetz­li­chen Fei­er­tag – ablau­fen­de Frist bis zum 2. Novem­ber ver­län­gert, dies aber nicht all­ge­mein bekannt gemacht, son­dern ledig­lich per E – Mail eini­gen weni­gen Per­so­nen mit­ge­teilt. Es kön­ne nicht aus­ge­schlos­sen wer­den, dass ein­zel­ne Wahl­be­rech­tig­te durch die Unkennt­nis die­ser Frist­ver­län­ge­rung abge­hal­ten wor­den sei­en, noch Wahl­vor­schlä­ge ein­zu­rei­chen. Des wei­te­ren geht das Ver­wal­tungs­ge­richt in sei­ner Ein­schät­zung davon aus, dass eine sol­che Frist­ver­län­ge­rung unzu­läs­sig ist, so das die Zulas­sung der erst am 2. Novem­ber erstell­ten und ein­ge­reich­ten Wahl­lis­ten von drei Grup­pie­run­gen durch den Wahl­aus­schuss eben­falls feh­ler­haft sei.

Den­noch hat­te der Antrag kei­nen Erfolg, da die bean­trag­te Unter­sa­gung der Wahl einen end­gül­ti­gen Zustand schaf­fen wür­de, mit dem die Haupt­sa­chen­ent­schei­dung vor­weg genom­men wür­de. Der­ar­ti­ges ist nur dann gebo­ten, wenn sonst für die Antrag­stel­ler schwe­re und unzu­mut­ba­re Nach­tei­le ent­stün­den. Dies sei vor­lie­gend jedoch nicht der Fall, da es zumut­bar sei, das in der Wahl­ord­nung vor­ge­se­he­ne Wahl­prü­fungs­ver­fah­ren abzu­war­ten und gege­be­nen­falls nach­träg­li­chen ver­wal­tungs­ge­richt­li­chen Rechts­schutz in Anspruch zu neh­men.

Antrag­stel­ler waren ein Stu­den­ten­ver­ein, ein Stu­dent und der all­ge­mei­ne Stu­den­ten­aus­schuss (AStA). Hin­sicht­lich des Stu­den­ten­ver­eins und des AStA hat die Kam­mer den Antrag bereits als unzu­läs­sig abge­lehnt.

Ver­wal­tungs­ge­richt Gel­sen­kir­chen, Beschluss vom 22. Novem­ber 2011 – 4 L 1248/​11