Ver­pflich­tungs­er­klä­rung für Aus­län­der – und ihre Aus­le­gung

Aus der Rechts­na­tur einer gegen­über einer bestimm­ten Behör­de – hier der Aus­län­der­be­hör­de – abge­ge­be­nen Ver­pflich­tungs­er­klä­rung als ein­sei­ti­ger emp­fangs­be­dürf­ti­ger Wil­lens­er­klä­rung, dass ihr Inhalt gemäß den §§ 133, 157 BGB nach dem Emp­fän­ger­ho­ri­zont (hier dem der Aus­län­der­be­hör­de) aus­zu­le­gen ist 1.

Ver­pflich­tungs­er­klä­rung für Aus­län­der – und ihre Aus­le­gung

Wenn die Aus­län­der­be­hör­de eine Ver­pflich­tungs­er­klä­rung ent­ge­gen­nimmt, die die Haf­tung für bestimm­te Leis­tun­gen aus­schließt und in Kennt­nis des par­ti­el­len Aus­schlus­ses eine Auf­ent­halts­er­laub­nis für einen oder meh­re­re Aus­län­der erteilt, um der spe­zi­fi­schen staat­li­chen Mit­ver­ant­wor­tung für Auf­nah­men in Bür­ger­kriegs­si­tua­tio­nen Rech­nung zu tra­gen 2, ist die Erklä­rung mit die­sem Inhalt wirk­sam gewor­den.

Dies gilt auch dann, wenn in der Erklä­rung die Erstat­tungs­pflicht zulas­ten eines ande­ren Rechts­trä­gers (hier: der Bun­des­agen­tur für Arbeit) sach­lich und/​oder zeit­lich ein­ge­schränkt wor­den ist. Selbst wenn die Aus­län­der­be­hör­de durch ihr Ver­hal­ten inter­ne Bin­dun­gen ver­letzt haben soll­te, die für sie gegen­über einer ande­ren Behör­de oder Insti­tu­ti­on bestehen, betrifft das aus­schließ­lich ihr Ver­hält­nis zum Dritt­be­trof­fe­nen, ist jedoch ohne Ein­fluss auf den Inhalt der vom Aus­län­der abge­ge­be­nen Wil­lens­er­klä­rung.

Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richt, Beschluss vom 14. März 2018 – 1 B 9.18

  1. BVerwG, Urteil vom 24.11.1998 – 1 C 33.97, BVerw­GE 108, 1, 5 f.[]
  2. vgl. BVerwG, Urteil vom 26.01.2017 – 1 C 10.16, BVerw­GE 157, 208 Rn. 38[]