Die bean­stan­de­te Wer­be­an­zei­ge

Ein Unter­las­sungs­an­trag, der die zu unter­sa­gen­de Wer­be­an­zei­ge zwar abs­trakt umschreibt, dann aber mit einem Ver­gleichs­par­ti­kel („wie gesche­hen …“) oder mit einem ent­spre­chen­den Kon­di­tio­nal­satz („wenn dies geschieht wie …“) auf die bean­stan­de­te Anzei­ge Bezug nimmt, ist auf das Ver­bot der kon­kre­ten Ver­let­zungs­form gerich­tet. Erweist sich die bean­stan­de­te Anzei­ge auf­grund des vor­ge­tra­ge­nen und fest­ge­stell­ten Lebens­sach­ver­halts als wett­be­werbs­wid­rig, ist das Ver­bot aus­zu­spre­chen, auch wenn nicht der in die abs­trak­te Umschrei­bung auf­ge­nom­me­ne, son­dern ein ande­rer Gesichts­punkt die Wett­be­werbs­wid­rig­keit begrün­det 1.

Die bean­stan­de­te Wer­be­an­zei­ge

Dem Gläu­bi­ger eines Unter­las­sungs­an­spruchs, der bereits wegen einer ähn­li­chen Ver­let­zungs­hand­lung einen Unter­las­sungs­ti­tel erstrit­ten hat und des­we­gen die nun­mehr bean­stan­de­te kon­kre­te Ver­let­zungs­hand­lung mög­li­cher­wei­se auch im Wege der Zwangs­voll­stre­ckung als Zuwi­der­hand­lung gegen das bereits titu­lier­te Ver­bot ver­fol­gen könn­te, kann nicht das Feh­len des Rechts­schutz­be­dürf­nis­ses ent­ge­gen­ge­hal­ten wer­den, wenn der Aus­gang im Zwangs­voll­stre­ckungs­ver­fah­ren unge­wiss ist und eine Ver­jäh­rung der auf­grund des erneu­ten Ver­sto­ßes gel­tend zu machen­den wett­be­werbs­recht­li­chen Ansprü­che droht 2.

Bun­des­ge­richts­hof, Urteil vom 7. April 2011 – I ZR 34/​09 – Leis­tungs­pa­ke­te im Preis­ver­gleich

  1. im Anschluss an BGH, Urtei­le vom 08.10.1998 – I ZR 107/​97, WRP 1999, 512, 515 – Akti­vie­rungs­kos­ten I; und vom 02.06.2005 – I ZR 252/​02, GRUR 2006, 164, Rn. 14 = WRP 2006, 84 – Akti­vie­rungs­kos­ten II[]
  2. Abgren­zung zu BGH, Urteil vom 19.05.2010 – I ZR 177/​07, GRUR 2010, 855 = WRP 2010, 1935 – Foli­en­rol­los[]