Im Rahmen der Haftung eines Automobilherstellers nach § 826 BGB gegenüber dem Käufer eines Gebrauchtwagens in einem sogenannten Dieselfall entfällt der Schaden nicht durch ein erfolgtes Update der Motorsteuerungs-Software.
Das Verhalten der Autoherstellerin in den „Dieselskandal“-Fällen gegenüber den Autokäufern ist als objektiv sittenwidrig im Sinne des § 826 BGB anzusehen1. Der Umstand, dass der Autokäufer das Fahrzeug als Gebrauchtwagen kaufte, ändert daran nichts2.
Der vom Autokäufer geltend gemachte Schaden entfällt nicht wegen des durchgeführten Software-Updates3. Der vom Autokäufer geltend gemachte Schaden fällt nach Art und Entstehungsweise unter den Schutzzweck des § 826 BGB. Auf den Schutzzweck der §§ 6, 27 Abs. 1 EG-FGV und der zur vollständigen Harmonisierung der technischen Anforderungen für Fahrzeuge erlassenen Rechtsakte der Europäischen Union kommt es im Rahmen des Schadensersatzanspruchs aus § 826 BGB nicht an4.
Bundesgerichtshof, Urteil vom 27. Juli 2021 – VI ZR 365/20
- vgl. BGH, Urteile vom 25.05.2020 – VI ZR 252/19, BGHZ 225, 316 Rn. 13 ff.; vom 26.01.2021 – VI ZR 405/19 12 f.; vom 11.05.2021 – VI ZR 80/20 12 mwN[↩]
- vgl. BGH, Urteile vom 25.05.2020 – VI ZR 252/19, BGHZ 225, 316 Rn. 25; vom 18.05.2021 – VI ZR 452/19 10 mwN[↩]
- vgl. BGH, Urteile vom 25.05.2020 – VI ZR 252/19, BGHZ 225, 316 Rn. 44 ff., insbesondere Rn. 58; vom 18.05.2021 – VI ZR 452/19 13; vom 20.07.2021 – VI ZR 633/20, zVb[↩]
- vgl. BGH, Urteile vom 26.01.2021 – VI ZR 405/19, ZIP 2020, 368 Rn. 24 mwN; vom 18.05.2021 – VI ZR 452/19 11[↩]
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- VW TDI: Insa Osterhagen










