Ein Unter­neh­men in Dubai

Im Dezem­ber 2016 ist von der Bun­des­re­gie­rung beschlos­sen wor­den, das Abkom­men zur Umset­zung steu­er­ab­kom­mens­be­zo­ge­ner Maß­nah­men zu unter­zeich­nen.

Ein Unter­neh­men in Dubai

Im Kampf gegen die Steu­er­hin­ter­zie­hung hat Deutsch­land sich an dem von der OECD und den G20 – Staa­ten initi­ier­ten BEPS – Pro­jekt (Base Ero­si­on and Pro­fit Shif­ting) betei­ligt. Gegen die Gewinn­ver­kür­zung und Gewinn­ver­la­ge­rung ist im Rah­men die­ses Pro­jek­tes die Emp­feh­lung aus­ge­spro­chen wor­den, das mehr­sei­ti­ge Abkom­men zur Umset­zung steu­er­ab­kom­mens­be­zo­ge­ner Maß­nah­men in natio­na­les Recht umzu­set­zen. Damit effek­ti­ve Maß­nah­men zur Ver­hin­de­rung der Steu­er­ge­stal­tung und Steu­er­um­ge­hung in bestehen­de Dop­pel­be­steue­rungs­ab­kom­men auf­ge­nom­men wer­den kön­nen, sol­len im Rah­men eines mehr­sei­ti­gen Ver­tra­ges die­se bila­te­ra­len Abkom­men geän­dert wer­den. Im Juni die­sen Jah­res soll die Unter­zeich­nung des Über­ein­kom­mens durch die Bun­des­re­pu­blik Deutsch­land statt­fin­den.

Spä­tes­tens dann sind die meis­ten bewer­ten Steu­er­schlupf­lö­cher geschlos­sen. Bereits mit dem "Com­mon Repor­ting Stan­dard" (Abkom­men zum auto­ma­ti­schen Infor­ma­ti­ons­aus­tausch, CRS) der OECD ist es nicht mehr weit her mit der Anony­mi­tät und dem Bank­ge­heim­nis. Eine Off­shore-Fir­men­grün­dung hat­te bis dahin eini­ge nicht zu unter­schät­zen­de Vor­tei­le, wie die Steu­er­frei­heit oder auch höchs­te Dis­kre­ti­on in Ver­mö­gens­an­ge­le­gen­hei­ten. Nun fin­det ein Infor­ma­ti­ons­aus­tausch mit den Steu­er­be­hör­den der Hei­mat­län­der von aus­län­di­schen Kon­to­in­ha­bern statt. Ins­ge­samt wer­den sich rund 100 Staa­ten an dem Infor­ma­ti­ons­aus­tausch betei­li­gen. Dar­un­ter auch sehr belieb­te Steu­er­oa­sen. Wäh­rend sich z. B. die Bri­tish Vir­gin Islands, Jer­sey oder auch Isle of Man bereits die­ses Jahr an dem Infor­ma­ti­ons­aus­tausch betei­li­gen, wird z. B. in Hong Kong, Mona­co oder auch den Ver­ei­nig­ten Ara­bi­schen Emi­ra­ten erst 2018 eine Umset­zung erfol­gen.

Mit dem Hin­ter­grund, dass z. B. die Aus­fuh­ren im Jahr 2014 in die Ver­ei­nig­ten Ara­bi­schen Emi­ra­te ca. 11,41 Mrd. Euro betru­gen, ist es nicht ver­wun­der­lich, dass auf die Wirt­schafts­be­zie­hun­gen sehr viel Wert gelegt wird. Nach Mit­tei­lung des Bun­des­wirt­schafts­mi­nis­te­ri­ums wer­den die Golf­staa­ten als dritt­wich­tigs­ter Markt in Bezug auf den Export ange­se­hen. Daher macht es schon Sinn, wenn ein deut­sches Unter­neh­men auf­grund sei­nes wirt­schaft­li­chen Wachs­tums sich z.B. zu einer Fir­men­grün­dung in Dubai ent­schließt. Ein Argu­ment zur Grün­dung einer Off­shore-Fir­ma kön­nen die Geschäfts­be­zie­hun­gen in das jewei­li­ge Land sein, die man durch die Prä­sens in dem Land noch zu stei­gern erhofft. Fir­men­ver­mö­gen vor der hei­mi­schen Finanz­be­hör­de zu ver­ste­cken kann spä­tes­tens mit in Kraft tre­ten der neu­en Abkom­men kein Grund mehr sein.