Neue Umstände – während des Revisionsverfahrens

Zwar unterliegt der Beurteilung des Revisionsgerichts nach § 559 Abs. 1 Satz 1 ZPO nur dasjenige Parteivorbringen, das aus dem Berufungsurteil und dem Sitzungsprotokoll ersichtlich ist.

Neue Umstände – während des Revisionsverfahrens

Jedoch ist § 559 Abs. 1 Satz 1 ZPO nach ständiger Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs einschränkend dahin auszulegen, dass in bestimmtem Umfang auch Umstände, die sich erst während der Revisionsinstanz ereignen, in die Urteilsfindung einfließen können, soweit sie unstreitig sind und schützenswerte Belange der Gegenseite nicht entgegenstehen1.

Bundesgerichtshof, Urteil vom 8. November 2016 – II ZR 304/15

  1. BGH, Urteil vom 10.07.1995 – II ZR 75/94, ZIP 1995, 1698; Urteil vom 09.07.1998 – IX ZR 272/96, NJW 1998, 2972, 2974; Urteil vom 21.11.2001 XII ZR 162/99, NJW 2002, 1130, 1131; Urteil vom 23.09.2014 – VI ZR 358/13, BeckRS 2014, 20426 Rn. 21; MünchKomm-ZPO/Ball, 5. Aufl., § 559 Rn. 31 mwN []