Effi­zi­en­te­re Port­fo­li­o­ver­wal­tung – OGAW-IV-Umset­zungs­ge­setz

Die Bun­des­re­gie­rung hat den Ent­wurf eines „Geset­zes zur Umset­zung der Richt­li­nie 2009/​65/​EG zur Koor­di­nie­rung der Rechts- und Ver­wal­tungs­vor­schrif­ten betref­fend bestimm­te Orga­nis­men für gemein­sa­me Anla­gen in Wert­pa­pie­ren“ (OGAW-IV-Umsetzungsgesetz)in das Gesetz­ge­bungs­ver­fah­ren ein­ge­bracht, mit dem durch die Aus­wei­tung des Euro­päi­schen Pas­ses für Ver­wal­tungs­ge­sell­schaf­ten die Mög­lich­keit einer grenz­über­schrei­ten­den kol­lek­ti­ven Port­fo­li­o­ver­wal­tung geschaf­fen wer­den soll. Auch grenz­über­schrei­ten­de Fonds­ver­schmel­zun­gen sol­len hier­nach leich­ter mög­lich wer­den. Wei­ter­hin ver­folgt der Gesetz­ent­wurf das Ziel einer bes­se­ren Anle­ger­infor­ma­ti­on ”durch Ein­füh­rung eines Doku­ments, das die wesent­li­chen Anle­ger­infor­ma­tio­nen ent­hält“. Die Richt­li­nie 2009/​65/​EG des Euro­päi­schen Par­la­ments und des Rates vom 13. Juli 2009 zur Koor­di­nie­rung der Rechts- und Ver­wal­tungs­vor­schrif­ten betref­fend bestimm­te Orga­nis­men für gemein­sa­me Anla­gen in Wert­pa­pie­ren (OGAW) [1] ist zum 1. Juli 2011 umzu­set­zen. Mit ihr wird die bis­he­ri­ge OGAW-Richt­li­nie 85/​611/​EWG vom 20. Dezem­ber 1985 abge­löst.

Effi­zi­en­te­re Port­fo­li­o­ver­wal­tung – OGAW-IV-Umset­zungs­ge­setz

Die neue OGAW-Richt­li­nie (sog. OGAW-IV-Richt­li­nie) wird durch ent­spre­chen­de Ände­run­gen des Invest­ment­ge­set­zes und Invest­ment­steu­er­ge­set­zes umge­setzt. Zugleich wer­den wei­te­re Vor­schrif­ten des Invest­ment­ge­set­zes über­ar­bei­tet und ange­passt mit dem Ziel, den Anle­ger­schutz zu stär­ken und die Effi­zi­enz des Invest­ment­fonds­ge­schäfts zu stei­gern. Die wesent­li­chen Neue­run­gen aus der Umset­zung der OGAW-IV-Richt­li­nie sind:

  • Ein­füh­rung der Mög­lich­keit einer grenz­über­schrei­ten­den kol­lek­ti­ven Port­fo­li­o­ver­wal­tung durch Aus­wei­tung des Euro­päi­schen Pas­ses für Ver­wal­tungs­ge­sell­schaf­ten,
  • Erleich­te­rung von grenz­über­schrei­ten­den Fonds­ver­schmel­zun­gen,
  • Ein­füh­rung von „Mas­ter-Fee­der-Struk­tu­ren“,
  • Ein­füh­rung der „Wesent­li­chen Anle­ger­infor­ma­tio­nen“,
  • Ver­ein­fa­chung des Anzei­ge­ver­fah­rens, das OGAW-kon­for­me Invest­ment­ver­mö­gen vor dem grenz­über­schrei­ten­den Ver­trieb zu durch­lau­fen haben,
  • Ver­bes­se­rung der Zusam­men­ar­beit der für die Zulas­sung und Auf­sicht über die Kapi­tal­an­la­ge­ge­sell­schaf­ten und Fonds zustän­di­gen Behör­den.

Wei­te­re in dem Gesetz­ent­wurf vor­ge­se­he­ne Anpas­sung betref­fen die Vor­schrif­ten zu Mikro­fi­nanz­fonds. Trotz ihrer Zulas­sung durch das Invest­ment­än­de­rungs­ge­setz 2007 wur­de bis­her kei­ner die­ser Fonds in Deutsch­land gegrün­det. Die Bun­des­re­gie­rung sieht als eine der Ursa­chen die restrik­ti­ven gesetz­li­chen Bedin­gun­gen an. Da der inter­na­tio­na­le Ver­gleich zei­ge, dass auch Klein­an­le­ger erfolg­reich in die­ses Seg­ment inves­tie­ren könn­ten, sol­len die Anfor­de­run­gen auf ein ange­mes­se­nes Maß zurück­ge­führt wer­den. Zusätz­lich wird – unab­hän­gig von den Ände­run­gen auf­grund der OGAW IV-Richt­li­nie – das Kapi­tal­ertrag­steu­er­ver­fah­ren bei sam­mel- und streif­band­ver­wahr­ten Akti­en und Antei­len geän­dert, um, so de Begrün­dung der Bun­des­re­gie­rung, miss­bräuch­li­che Steu­er­ge­stal­tun­gen zu ver­hin­dern.

  1. ABl.EU L 302 vom 17.11.2009, S. 32[]