Gesetz­li­che Aus­füh­rungs­fris­ten bei Aus­lands­über­wei­sun­gen

Im Bür­ger­li­chen Gesetz­buch (BGB) sind gesetz­li­che Aus­füh­rungs­fris­ten für Finanz­dienst­leis­ter vor­ge­schrie­ben. An die­se müs­sen sich sowohl Ban­ken als auch E‑Geld-Insti­tu­te hal­ten. Die­sen Anspruch dür­fen Sie bei Ver­zö­ge­run­gen gel­tend machen. Erfah­ren Sie im Fol­gen­den mehr über die gesetz­lich ein­zu­hal­ten­den Aus­füh­rungs­fris­ten.

Gesetz­li­che Aus­füh­rungs­fris­ten bei Aus­lands­über­wei­sun­gen

SEPA-Über­wei­sung inner­halb des EWR

Inner­halb des euro­päi­schen Wirt­schafts­raums erfolgt der Zah­lungs­ver­kehr meist über die eine SEPA-Über­wei­sung. Sie kann sowohl über Online-Ban­king, am Bank­schal­ter oder über einen Über­wei­sungs­vor­druck aus­ge­führt wer­den. Über­wei­sen Sie Ihren Betrag inner­halb der EU in Euro, so gilt eine Aus­füh­rungs­frist von einem Geschäfts­tag.

Frist bei beleg­haf­ter SEPA-Über­wei­sung

Eine Aus­nah­me­reg­lung gilt jedoch für soge­nann­te beleg­haf­te Über­wei­sun­gen. Wenn Sie Ihre Zah­lung mit­tels eines Über­wei­sungs­vor­drucks täti­gen, so darf die Aus­füh­rung Ihres Auf­trags zwei Werk­ta­ge in Anspruch neh­men.

Über­wei­sung inner­halb der EU in Fremd­wäh­rung

Nicht jedes Land inner­halb des euro­päi­schen Wirt­schafts­raums nutzt jedoch den Euro. Ins­ge­samt gibt es 16 unter­schied­li­che Wäh­run­gen, wie bei­spiels­wei­se die däni­sche Kro­ne, der pol­ni­sche Zlo­ty oder der rumä­ni­schen Leu, im EWR.

So kann es vor­kom­men, dass Sie zwar eine inner­eu­ro­päi­sche Über­wei­sung täti­gen, die­se jedoch nicht in Euro gezahlt wird. Über­wei­sun­gen in ande­re EWR-Wäh­run­gen ver­fü­gen über eine eige­ne Aus­füh­rungs­frist von vier Geschäfts­ta­gen.

Beleg­haf­te inner­eu­ro­päi­sche Über­wei­sung in Fremd­wäh­rung

Zah­lungs­auf­trä­ge mit­tels eines Über­wei­sungs­vor­drucks erhal­ten auch hier einen zusätz­li­chen Geschäfts­tag zur Ein­hal­tung der Frist. Dem­nach dür­fen beleg­haf­te inner­eu­ro­päi­sche Über­wei­sun­gen, in Fremd­wäh­run­gen, bis zu fünf Geschäfts­ta­ge in Anspruch neh­men.

Die klas­si­sche Aus­lands­über­wei­sung in Dritt­staa­ten

Für Aus­lands­über­wei­sun­gen außer­halb des euro­päi­schen Wirt­schafts­raums sind kei­ne gesetz­li­chen Aus­füh­rungs­fris­ten fest­ge­legt. Eine mög­li­che Begrün­dung für die feh­len­den gesetz­li­chen Richt­li­ni­en ist, dass die Abwick­lung meist über Umwe­ge erfolgt. So wer­den bei­spiels­wei­se Kor­re­spon­denz­ban­ken für Aus­lands­über­wei­sun­gen benö­tigt.

In der Regel erfolgt die Aus­füh­rung einer klas­si­schen Aus­lands­über­wei­sung über die Bank inner­halb von ca. fünf Tagen. Eine Alter­na­ti­ve bie­ten Geld­trans­fer­diens­te. Die Aus­füh­rung Ihrer Über­wei­sung dau­ert dort meist bis zu drei Geschäfts­ta­ge. Man­che Diens­te wer­ben sogar mit einer Aus­füh­rung inner­halb von 30 Minu­ten.

Mehr zur Dau­er von Aus­lands­über­wei­sun­gen, sowie ein Ver­gleich unter­schied­li­cher Anbie­ter, fin­den Sie auf https://www.geldtransfer.org/info/dauer/.

Der Cut-off-Zeit­punkt

Um eine kor­rek­te Aus­füh­rungs­frist zu gewähr­leis­ten, machen die meis­ten Zah­lungs­dienst­leis­ter von Ihrem Recht einen Annah­me­schluss zu ver­ein­ba­ren, Gebrauch. Die­se Zeit ist meist als Cut-off-Zeit­punkt in den all­ge­mei­nen Geschäfts­be­din­gun­gen zu fin­den. Manch­mal ist die­se Ver­ein­ba­rung auch in den Son­der­reg­lun­gen für den Zah­lungs­ver­kehr auf­ge­lis­tet.

Der Cut-off- Zeit­punkt beschreibt eine Uhr­zeit, ab wel­cher die Über­wei­sung behan­delt wird, als wäre sie erst am fol­gen­den Geschäfts­tag in Auf­trag gege­ben wor­den. Die Aus­füh­rungs­frist beginnt dem­nach erst an dem fol­gen­den Werk­tag.

Bei­spiel: Der Cut-off-Zeit­punkt Ihrer Bank wur­de für 17.00 Uhr fest­ge­legt. Sie täti­gen Ihre Online-Über­wei­sung inner­halb des EWR am Mitt­woch um 18.00 Uhr. Dem­nach muss die Zah­lung erst am Frei­tag bei Ihrem Emp­fän­ger ankom­men.

Anspruch bei ver­spä­te­ter Aus­füh­rung

Wur­de Zah­lung nicht inner­halb der gesetz­li­chen Aus­füh­rungs­frist durch­ge­führt, so besteht ein Anspruch gegen den Zah­lungs­dienst­leis­ter. Ins­be­son­de­re bei Über­wei­sun­gen in ande­re EWR-Wäh­run­gen, kann der Wech­sel­kurs den Wert Ihrer Zah­lung ver­än­dern. In die­sem Fall dür­fen Sie dar­auf bestehen, dass die Dif­fe­renz von der Bank über­nom­men wird.

Gege­be­nen­falls haben Sie zusätz­lich einen Scha­dens­er­satz­an­spruch auf­grund der Ver­zö­ge­rung. Die­ser gilt, wenn Fol­ge­schä­den auf­grund der ver­spä­te­ten Zah­lung auf­tre­ten. Ruft Ihr Lie­fe­rant die Bestel­lung bei­spiels­wei­se auf­grund der aus­ste­hen­den Zah­lung zurück, so ent­steht even­tu­ell ein wirt­schaft­li­cher Scha­den für Sie, wel­chen Sie vor Gericht gel­tend machen kön­nen.

Eini­ge Ban­ken haben in ihren all­ge­mei­nen Geschäfts­be­din­gun­gen jedoch eine Haf­tungs­be­schrän­kung ver­merkt. Dort wird Ihr Scha­dens­er­satz­an­spruch auf einen Betrag von maxi­mal 12.500 Euro begrenzt. Die­se Ober­gren­ze greift aller­dings nur dann, wenn Ihr Zah­lungs­dienst­leis­ter weder vor­sätz­lich noch fahr­läs­sig gehan­delt hat.