Pri­va­te Sport­wet­ten-Ver­an­stal­ter mit EU-Kon­zes­si­on

Das Nie­der­säch­si­sche Ober­ver­wal­tungs­ge­richt in Lüne­burg will es in Ver­fah­ren des vor­läu­fi­gen Rechts­schut­zes wei­ter­hin offen las­sen, ob das staat­li­che Sport­wet­ten­mo­no­pol (§§ 10 Abs. 2 und 5 Glü­SpV) mit euro­päi­schen Uni­ons­recht ver­ein­bar ist.

Pri­va­te Sport­wet­ten-Ver­an­stal­ter mit EU-Kon­zes­si­on

Denn, so das Nie­der­säch­si­sche OVG, selbst wenn man hier­von nicht aus­geht, ist die pri­va­te Ver­an­stal­tung und Ver­mitt­lung von Sport­wet­ten nicht vor­be­halt­los zuläs­sig; viel­mehr sind die all­ge­mei­nen Rege­lun­gen des Glücks­spiel­staats­ver­tra­ges in jedem Fall auch von pri­va­ten Ver­an­stal­tern und Ver­mitt­lern zu beach­ten. Zum Schutz vor glücks­spiel­be­ding­ten Gefah­ren gehö­ren hier­zu – wie auch vom EuGH aner­kannt 1 – ins­be­son­de­re die Ver­bo­te, Sport­wet­ten und ande­re Glücks­spie­le im Inter­net sowie Live­wet­ten anzu­bie­ten.

Solan­ge das Geschäfts­mo­dell der pri­va­ten Sport­wett­ver­an­stal­ter wei­ter­hin auch ver­bo­te­ne Inter­net- und Live­wet­ten ent­hält, kann allein schon des­halb die in Nie­der­sach­sen erfol­gen­de Ver­mitt­lung an sol­che Ver­an­stal­ter unter­sagt wer­den.

Nie­der­säch­si­sches Ober­ver­wal­tungs­ge­richt, Beschluss vom 11. Novem­ber 2010 -11 MC 429/​10

  1. EuGH, Urteil vom 08.09.2010 – C‑46/​08[]