Rau­chen, Spu­cken und Bet­teln im Pfle­ge­heim

Der beharr­li­che Ver­stoß gegen das in einem Heim­ver­trag fest­ge­leg­te Rauch­ver­bot kann ein Kün­di­gungs­grund iSd § 12 Abs.1 Satz 3 Nr.3 WBVG1 auch bei ein­ge­schränk­ter Steue­rungs- und Ein­sichts­fä­hig­keit des Heim­be­woh­ners sein. Vor­gän­ge wie das Aus­spu­cken oder Wer­fen von Essens­res­ten sind in einem Pfle­ge­heim nicht so unge­wöhn­lich, dass ein­zel­ne Vor­fäl­le ohne Hin­zu­tre­ten wei­te­rer Umstän­de einen Kün­di­gungs­grund nach § 12 Abs.1 Satz 3 Nr.3 WBVG dar­stel­len könn­ten. Bet­teln in der Umge­bung eines Hei­mes ist kein Kün­di­gungs­grund nach § 12 Abs.1 Satz 3 Nr.3 WBVG.

Rau­chen, Spu­cken und Bet­teln im Pfle­ge­heim

Wird auf Grund jeweils getrenn­ter Heim­ver­trä­ge an Ehe­leu­te ein Dop­pel­zim­mer ver­mie­tet, kann die Pflicht­ver­let­zung nur eines der Bei­den dem jeweils Ande­ren nicht zuge­rech­net wer­den. Die Recht­spre­chung, wonach es bei einer Mehr­heit von Mie­tern genügt, wenn nur einer die Ver­trags­wid­rig­keit begeht, ist nicht ent­spre­chend anwend­bar.

Land­ge­richt Frei­burg, Urteil vom 5. Juli 2012 – 3 S 48/​12

  1. Wohn- und Betreu­ungs­ver­trags­ge­setz vom 29.07.2009, BGBl. I S. 2319 []