Statt 49,99 Euro nur 19,99 Euro

Nach Ansicht des Ober­lan­des­ge­richts Düs­sel­dorf stellt es kei­ne irre­füh­ren­de Wer­bung dar, wenn neben dem Ver­kaufs­preis ein durch­ge­stri­che­ner, frü­her ver­lang­ter Ver­kaufs­preis ange­ge­ben wird.

Statt 49,99 Euro nur 19,99 Euro

In dem der Ent­schei­dung des Ober­lan­des­ge­richts Düs­sel­dorf zugrun­de lie­gen­den Fall hat­te ein Inter­net-Schuh­händ­ler für Mar­ken­schu­he mit "Statt 49,99 Euro nur 19,99 Euro" gewor­ben. Ein ande­rer Inter­net­händ­ler hat­te hier­ge­gen gel­tend gemacht, es sei nicht klar, um was für einen Preis es sich bei dem durch­ge­stri­che­nen Preis hand­le (frü­he­rer Ver­kaufs­preis des Händ­lers, Preis­emp­feh­lung des Her­stel­lers oder Preis eines Mit­be­wer­bers). Das Land­ge­richt Düs­sel­dorf hat­te dar­auf­hin eine Unter­las­sungs­ver­fü­gung gegen den Anbie­ter der Schu­he erlas­sen und die Preis­an­ga­be für irre­füh­rend gehal­ten 1.

Das Ober­lan­des­ge­richt Düs­sel­dorf hat in dem einst­wei­li­gen Ver­fü­gungs­ver­fah­ren nun die land­ge­richt­li­che Ver­fü­gung auf­ge­ho­ben und eine Irre­füh­rung ver­neint. Nach Auf­fas­sung des Ober­lan­des­ge­richts kön­ne ein Durch­schnitts­ver­brau­cher ohne Wei­te­res erken­nen, dass es sich bei dem durch­ge­stri­che­nen Preis um den frü­her von dem Inter­net­händ­ler gefor­der­ten Preis hand­le.

Ober­lan­des­ge­richt Düs­sel­dorf, Urteil vom 29. Juni 2010 – I‑20 U 28/​10

  1. LG Düs­sel­dorf, Beschlüs­se vom 15.09.2009 und vom 18.12.2009 – 38 O 58/​09[]