Ver­äu­ße­rung eines Uni­kats durch die öffent­li­che Hand

Wird bei der Ver­äu­ße­rung eines nur ein­mal vor­han­de­nen Gegen­stan­des (Uni­kats) durch die öffent­li­che Hand auf ein bedin­gungs­frei­es Bie­ter­ver­fah­ren ver­zich­tet, kann nicht davon aus­ge­gan­gen wer­den, dass ein für das Kauf­ob­jekt tat­säch­lich gebo­te­ner Preis bei­hil­fe­frei ist. Viel­mehr muss dann eine objek­ti­ve Wert­ermitt­lung erfol­gen.

Ver­äu­ße­rung eines Uni­kats durch die öffent­li­che Hand

Ein Ver­stoß gegen das bei­hil­fe­recht­li­che Durch­füh­rungs­ver­bot führt weder nach Uni­ons­recht noch nach deut­schem Recht zwin­gend zur Gesamt­nich­tig­keit des Kauf­ver­trags, durch den eine Bei­hil­fe gewährt wird. Ist Bei­hil­fe­ele­ment ein zu nied­ri­ger Kauf­preis, reicht es zur Besei­ti­gung des rechts­wid­rig erlang­ten Wett­be­werbs­vor­teils aus, wenn vom Bei­hil­fe­emp­fän­ger die Zah­lung des Unter­schieds­be­trags zwi­schen dem ver­ein­bar­ten und dem höhe­ren bei­hil­fe­frei­en Preis zuzüg­lich des bis zur Rück­for­de­rung ent­stan­de­nen Zins­vor­teils ver­langt wird 1.

Ein Kauf­ver­trag, der Bei­hil­fe­ele­men­te ent­hält, kann nicht durch Ver­ein­ba­rung einer Erhal­tens- und Erset­zungs­klau­sel mit bei­hil­fe­rechts­kon­for­mem Inhalt auf­recht­erhal­ten wer­den, wenn kei­ne kon­kre­ten Anhalts­punk­te dafür bestehen, wor­auf sich die Par­tei­en des Kauf­ver­trags bei – unter­stell­ter – Nich­tig­keit der Kauf­preis­ver­ein­ba­rung ver­stän­digt hät­ten.

Bun­des­ge­richts­hof, Urteil vom 5. Dezem­ber 2012 – I ZR 92/​11

  1. Klar­stel­lung zu BGH, Urteil vom 04.04.2003 – V ZR 314/​02, EuZW 2003, 444, 445; Urteil vom 20.01.2004 – XI ZR 53/​03, EuZW 2004, 252, 253; Urteil vom 05.07.2007 – IX ZR 256/​06, BGHZ 173, 129 Rn. 3; Beschluss vom 13.09.2012 – III ZB 3/​12, WM 2012, 2024 Rn. 19[]