Frist­wah­rung per Post

Der Beru­fungs­klä­ger kann sich auf eine ord­nungs­ge­mä­ße Zustel­lung des zur Post auf­ge­ge­be­nen Rechts­mit­tel­schrift­sat­zes beim Beru­fungs­ge­richt ver­las­sen, ohne dass er gehal­ten wäre, sich beim Beru­fungs­ge­richt tele­fo­nisch nach dem Ein­gang zu erkun­den.

Frist­wah­rung per Post

So gewähr­te der Bun­des­ge­richts­hof jetzt einem Beru­fungs­klä­ger eine Wie­der­ein­set­zung in die schuld­los ver­säum­te Frist, bei dem sich aus der eides­statt­li­chen Ver­si­che­rung der Kanz­lei­an­ge­stell­ten sei­nes Pro­zess­be­voll­mäch­tig­ten ergibt, dass er inner­halb der Wie­der­ein­set­zungs­frist mit Schrift­satz vom 6. Okto­ber 2009 Wie­der­ein­set­zung bean­tragt und mit die­sem Antrag die ver­säum­ten Hand­lun­gen, näm­lich die Beru­fung und die Beru­fungs-begrün­dung, nach­ge­holt hat­te. Die Kanz­lei­an­ge­stell­te hat die­se Schrift­sät­ze nach dem Inhalt ihrer eides­statt­li­chen Ver­si­che­rung auf die rich­ti­ge Anschrift geprüft, kuver­tiert, fran­kiert und per­sön­lich zur Ver­sen­dung an das Ober­lan­des­ge­richt Hamm in den Brief­kas­ten ein­ge­wor­fen. Nach stän­di­ger Recht­spre­chung des Bun­des­ge­richts­hofs durf­te der Beklag­te nach recht­zei­ti­ger Auf­ga­be des Schrift­sat­zes zur Post mit einem frist­ge­rech­ten Zugang sei­nes Schrift­sat­zes rech­nen und war nicht ver­pflich­tet, hin­sicht­lich der Wah­rung der Wie­der­ein­set­zungs­frist bei Gericht nach­zu­fra­gen 1.

Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss vom 6. Okto­ber 2010 – XII ZB 22/​10

  1. vgl. BGH, Beschlüs­se vom 23.01.2008 – XII ZB 155/​07, NJW-RR 2008, 930 Rn. 8 ff.; und vom 18. Juli 2007 – XII ZB 32/​07, Fam­RZ 2007, 1722 Rn. 13[]