Beur­kun­dungs­be­dürf­ti­ge Bau­ver­trä­ge

Ein Bau­ver­trag ist gemäß § 311 b Abs. 1 Satz 1 BGB beur­kun­dungs­be­dürf­tig, wenn er mit einem Ver­trag über den Erwerb eines Grund­stücks eine recht­li­che Ein­heit bil­det. Eine sol­che besteht, wenn die Ver­trags­par­tei­en den Wil­len haben, bei­de Ver­trä­ge in der Wei­se mit­ein­an­der zu ver­knüp­fen, dass sie mit­ein­an­der ste­hen und fal­len sol­len. Sind die Ver­trä­ge nicht wech­sel­sei­tig von­ein­an­der abhän­gig, ist der Bau­ver­trag nur dann beur­kun­dungs­be­dürf­tig, wenn das Grund­stücks­ge­schäft von ihm abhängt 1.

Beur­kun­dungs­be­dürf­ti­ge Bau­ver­trä­ge

Ein Bau­ver­trag kann auch dann beur­kun­dungs­be­dürf­tig sein, wenn er vor einem Grund­stücks­kauf­ver­trag geschlos­sen wird und die Par­tei­en des Bau­ver­tra­ges nicht iden­tisch sind mit den Par­tei­en des bevor­ste­hen­den Grund­stücks­kauf­ver­tra­ges. In die­sem Fall ist ein Bau­ver­trag beur­kun­dungs­be­dürf­tig, wenn die Par­tei­en des Bau­ver­tra­ges über­ein­stim­mend davon aus­ge­hen, dass der Grund­stücks­er­werb nach dem Wil­len der Par­tei­en des Kauf­ver­tra­ges von dem Bau­ver­trag abhängt.

Bun­des­ge­richts­hof, Urteil vom 22. Juli 2010 – VII ZR 246/​08

  1. im Anschluss an BGH, Urteil vom 13.06.2002 – VII ZR 321/​00, BauR 2002, 1541 = NZBau 2002, 502 = ZfBR 2002, 777[]