Der Nach­brief­kas­ten des Gerichts – und der gericht­li­che Ein­gangs­stem­pel

Der auf den Anträ­gen der Klä­ge­rin auf Ver­län­ge­rung der Beru­fungs­be­grün­dungs­frist ange­brach­te Ein­gangs­stem­pel des Nacht­brief­kas­tens erbromgt gemäß § 418 Abs. 1 ZPO den vol­len Beweis für einen ver­spä­te­ten Ein­wurf der Schrift­sät­ze in den Nacht­brief­kas­ten des Beru­fungs­ge­richts 1.

Der Nach­brief­kas­ten des Gerichts – und der gericht­li­che Ein­gangs­stem­pel

Zwar ist der Beweis der Unrich­tig­keit der dar­in bezeug­ten Tat­sa­chen zuläs­sig (§ 418 Abs. 2 ZPO). Auch wenn hier­an wegen der Beweis­not des Beru­fungs­füh­rers hin­sicht­lich gerichts­in­ter­ner Vor­gän­ge kei­ne über­spann­ten Anfor­de­run­gen gestellt wer­den dür­fen 2, ist der Gegen­be­weis aller­dings nicht schon dann geführt, wenn ledig­lich die Mög­lich­keit der Unrich­tig­keit besteht, die Rich­tig­keit der Anga­ben also nur erschüt­tert ist 3.

Bun­des­ar­beits­ge­richt, Urteil vom 18. Febru­ar 2016 – 8 AZR 426/​14

  1. vgl. etwa BGH 19.11.2013 – II ZB 16/​12, Rn. 8[]
  2. BGH 19.11.2013 – II ZB 16/​12 – aaO[]
  3. BGH 22.12 2011 – VII ZB 35/​11, Rn. 11 mwN[]