Die Behauptung des Beklagten, der Schaden wäre auch ohne sein angeblich pflichtwidriges Verhalten eingetreten, ist nicht als Einwand rechtmäßigen Alternativverhaltens anzusehen, für das der Schädiger darlegungs- und beweisbelastet ist1, sondern als qualifiziertes Bestreiten der Schadensentstehung zu werten2.
Das gilt auch für die Behauptung, ein Vermögensschaden sei deshalb nicht eingetreten, weil der Geschädigte ohnehin lediglich eine auf Dauer uneinbringliche Forderung verloren habe3.
Dementsprechend muss nicht der Schädiger in allen Einzelheiten den Nachweis führen, dass der Schuldner zahlungsunfähig gewesen wäre. Vielmehr ist seine Verteidigung schon dann erheblich, wenn er Umstände darlegt, die Zweifel an der Zahlungsfähigkeit begründen können4.
Bundesgerichtshof, Urteil vom 4. Dezember 2012 – VI ZR 381/11
- vgl. BGH, Urteil vom 18.12.2007 – VI ZR 231/06, BGHZ 175, 58 Rn. 25; vom 05.04.2005 – VI ZR 216/03, VersR 2005, 942; BGH, Urteile vom 25.11.1992 – VIII ZR 170/91, BGHZ 120, 281, 287; vom 05.03.2009 – III ZR 17/08, VersR 2010, 112 Rn. 14[↩]
- vgl. BGH, Urteil vom 13.10.2009 – VI ZR 288/08, VersR 2010, 120 Rn. 9[↩]
- BGH, Urteil vom 19.09.1985 – IX ZR 138/84, VersR 1986, 160, 162[↩]
- vgl. BGH, Urteil vom 01.03.2007 – IX ZR 261/03, BGHZ 171, 261 Rn. 36[↩]











