Der Schutz­um­fang eines Gemein­schafts­ge­schmack­mus­ters

Für die Bestim­mung des Schutz­um­fangs (Art. 10 GGV) eines Gemein­schafts­ge­schmacks­mus­ters ist es grund­sätz­lich uner­heb­lich, wor­aus sich des­sen Eigen­art (Art. 6 GGV) im Ein­zel­nen ergibt. Bei der Bestim­mung des Schutz­um­fangs ist nach Art. 10 Abs. 2 GGV – eben­so wie bei der Bestim­mung der Eigen­art nach Art. 6 Abs. 2 GGV – der Grad der Gestal­tungs­frei­heit des Ent­wer­fers bei der Ent­wick­lung sei­nes Geschmacks­mus­ters zu berück­sich­ti­gen. Der Schutz­um­fang eines Geschmacks­mus­ters rich­tet sich des­halb nach des­sen Abstand zum vor­be­kann­ten For­men­schatz.

Der Schutz­um­fang eines Gemein­schafts­ge­schmack­mus­ters

Ent­wer­fer des Geschmacks­mus­ters im Sin­ne des Art. 10 Abs. 2 GGV ist – eben­so wie im Sin­ne des Art. 6 Abs. 2 GGV – der Ent­wer­fer des Kla­ge­mus­ters. Für die Beur­tei­lung des Gestal­tungs­spiel­raums des Ent­wer­fers und damit des Schutz­um­fangs eines ein­ge­tra­ge­nen Geschmacks­mus­ters ist daher der Zeit­punkt der Anmel­dung die­ses Mus­ters zur Ein­tra­gung maß­geb­lich.

Bun­des­ge­richts­hof, Urteil vom 19. Mai 2010 – I ZR 71/​08