Der Über­bau und das Ham­mer­schlags- und Lei­ter­recht

Die Nach­bar­ge­set­ze der Bun­des­län­der sehen regel­mä­ßig ein soge­nann­tes Ham­mer­schlags- und Lei­ter­recht vor, wonach der Grund­stücks­ei­gen­tü­mer unter bestimm­ten Vor­aus­set­zun­gen das Nach­bar­grund­stück für Arbei­ten an sei­nem Grund bzw. an einem auf die Gren­ze gebau­ten Gebäu­de betre­ten darf. Dies gilt frei­lich nicht, wenn die Arbei­ten an einem Gebäu­de­teil vor­ge­nom­men wer­den soll, das einen Über­bau auf das Nach­bar­grund­stück dar­stellt, wie jetzt der Bun­des­ge­richts­hof anhand des säch­si­schen Nach­bar­rechts­ge­set­zes ent­schied:

Der Über­bau und das Ham­mer­schlags- und Lei­ter­recht

Die Beklag­ten kön­nen das Betre­ten des Grund­stücks der Klä­ge­rin in Aus­übung des Ham­mer­schlags- und Lei­ter­rechts zur Sanie­rung der Gara­gen­wand nicht schon des­halb ver­lan­gen, weil die Klä­ge­rin ihren Anspruch auf Besei­ti­gung des Über­baus infol­ge der von den Beklag­ten erho­be­nen Ver­jäh­rungs­ein­re­de nicht mehr durch­zu­set­zen ver­mag.
Die Aus­übung von Ham­mer­schlags- und Lei­ter­rech­ten nach § 24 Abs. 1 SächsN­RG steht dem Nach­barn nur zur Durch­füh­rung sol­cher Arbei­ten zu, zu deren Vor­nah­me er gegen­über dem Eigen­tü­mer berech­tigt ist 1. Dar­an fehlt es, wenn der Grund­stücks­ei­gen­tü­mer die auf Grund eines unbe­rech­tig­ten Über­baus auf dem Nach­bar­grund­stück ste­hen­den und damit dem Nach­barn gehö­ren­den Tei­le des Bau­werks instand set­zen will, die der Nach­bar auf sei­nem Grund­stück weder hin­zu­neh­men ver­pflich­tet noch bereit ist.

Bun­des­ge­richts­hof, Urteil vom 28. Janu­ar 2011 – V ZR 147/​10

  1. OLG Hamm, MDR 1984, 847; Deh­ner, Nach­bar­recht, 7. Aufl., § 28 Nr. 2 c, S. 8; Thomas/​Schlüter, SächsN­RG, 2. Aufl., § 24 Rn. 4[]