Dienst­bar­keit für eine Braue­rei – und ihr Streit­wert

Eine Dienst­bar­keit, die dazu berech­tigt, auf dem belas­te­ten Grund­stück eine Schank­wirt­schaft zu betrei­ben oder durch Drit­te betrei­ben zu las­sen und es dem Eigen­tü­mer des Grund­stücks ver­bie­tet, Bier anzu­bie­ten, zu lagern oder aus­zu­schen­ken, hat für die Braue­rei auch einen Wert, wenn ein Bezugs­ver­trag nicht oder nicht mehr besteht.

Dienst­bar­keit für eine Braue­rei – und ihr Streit­wert

Sie sichert dann noch die Inter­es­sen, den Grund­stücks­ei­gen­tü­mer zum Abschluss eines Bezugs­ver­trags zu bewe­gen 1 oder zumin­dest eine Kon­kur­renz durch ande­re Braue­rei­en oder Bier­ver­le­ger von dem Grund­stück fern­zu­hal­ten 2.

Nach der Gewinn­erwar­tung aus dem Bier­aus­schank kann der wirt­schaft­li­che Wert einer sol­chen Dienst­bar­keit jedoch nur bestimmt wer­den, wenn auf dem belas­te­ten Grund­stück – gegen­wär­tig oder in abseh­ba­rer Zukunft – eine Schank­wirt­schaft oder ein Bier­ver­lag durch die Braue­rei, den Eigen­tü­mer oder einen Drit­ten betrie­ben wird.

Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss vom 11. Febru­ar 2016 – V ZR 180/​15

  1. vgl. BGH, Urteil vom 03.05.1985 – V ZR 55/​84, NJW 1985, 2474, 2475; BGH, Urteil vom 22.01.1992 – VIII ZR 374/​89, NJW-RR 1992, 593, 594[]
  2. vgl. BGH, Urteil vom 29.01.1988 – V ZR 310/​86, NJW 1988, 2364, 2365[]