Durch Pri­vat­gut­ach­ten gestütz­ter Par­tei­vor­trag in der Beru­fungs­in­stanz

Die Vor­la­ge eines Pri­vat­gut­ach­tens in zwei­ter Instanz stellt nicht not­wen­di­ger­wei­se neu­es Vor­brin­gen dar. Der auf das Gut­ach­ten gestütz­te Par­tei­vor­trag ist nicht neu, wenn durch die Aus­füh­run­gen des Gut­ach­ters Vor­brin­gen aus der ers­ten Instanz zusätz­lich kon­kre­ti­siert, ver­deut­licht oder erläu­tert wird.

Durch Pri­vat­gut­ach­ten gestütz­ter Par­tei­vor­trag in der Beru­fungs­in­stanz

Soweit die Beklag­te mit der Beru­fungs­be­grün­dung eine wei­te­re Stel­lung­nah­me ihres Gut­ach­ters vor­ge­legt hat, dient die­se der nähe­ren Erläu­te­rung ihres erst­in­stanz­li­chen Vor­brin­gens und ist daher gleich­falls zu berück­sich­ti­gen. Ob ein in zwei­ter Instanz kon­kre­ti­sier­tes Vor­brin­gen neu ist, hängt davon ab, wie all­ge­mein es in ers­ter Instanz gehal­ten war. Wird ein sehr all­ge­mein gehal­te­ner Vor­trag erst­mals in zwei­ter Instanz sub­stan­ti­iert, ist er neu; nicht neu ist dem­ge­gen­über Vor­trag, mit dem ein wie hier bereits schlüs­si­ges Vor­brin­gen aus der ers­ten Instanz durch wei­te­re Tat­sa­chen­be­haup­tun­gen zusätz­lich kon­kre­ti­siert, ver­deut­licht oder erläu­tert wird 1.

Bun­des­ge­richts­hof, Urteil vom 28. August 2012 – X ZR 99/​11

  1. BGH, Urteil vom 08.06.2004 – VI ZR 199/​03, BGHZ 159, 245, 251; Urteil vom 18.10.2005 – VI ZR 270/​04, BGHZ 164, 330, 333; Beschluss vom 21.12.2006 – VII ZR 279/​05, NJW 2007, 1531, 1532 zur Kon­kre­ti­sie­rung u.a. durch Vor­la­ge eines Par­tei­gut­ach­tens[]