Ehe-Dar­le­hen nach der Schei­dung

Durch die Schei­dung wird zwar die Ehe been­det, nicht aber die Haf­tung für Bank­dar­le­hen, die man gemein­sam mit dem Ehe­part­ner auf­ge­nom­men hat. Dar­an ändert auch die Erklä­rung des ande­ren Part­ners nichts, er wer­de die Schul­den bezah­len. Das zeigt wie­der ein­mal eine Ent­schei­dung des Land­ge­richts Coburg, mit dem ein geschie­de­ner Ehe­mann zur Rück­zah­lung von Bank­ver­bind­lich­kei­ten in Höhe von rund 16.400 € ver­ur­teilt wur­de. Die Zusa­ge sei­ner Ex-Frau, den Kre­dit allei­ne zurück­zu­zah­len, war letzt­lich wert­los, weil die Bank ihn nicht aus der Haf­tung ent­las­sen hat­te.

Ehe-Dar­le­hen nach der Schei­dung

Anfang 2004 hat­ten der Beklag­te und sei­ne dama­li­ge Ehe­frau bei der kla­gen­den Bank 21.000 € auf­ge­nom­men. Als die Ehe 2006 aus­ein­an­der ging, ver­ein­bar­ten die Ehe­gat­ten, dass die Frau die­sen Kre­dit zurück­führt und der Beklag­te zwei wei­te­re Dar­le­hen aus der Ehe­zeit bei ande­ren Kre­dit­in­sti­tu­ten. Das teil­ten sie der Bank mit. Die Frau kam ihren Zah­lungs­ver­pflich­tun­gen jedoch nicht nach, so das die Bank das Dar­le­hen schließ­lich kün­dig­te und vom Ehe­mann die noch offe­nen rund 16.400 € ver­lang­te. Der mein­te, wegen der Abspra­che mit sei­ner Ex-Ehe­frau nicht zah­len zu müs­sen.

Doch das Land­ge­richt Coburg belehr­te ihn eines Bes­se­ren: Maß­geb­lich ist allein das Ver­trags­ver­hält­nis zwi­schen Bank und Beklag­tem, nicht eine inter­ne Abspra­che zwi­schen den Ehe­gat­ten. Die Bank hat­te ihren Schuld­ner aber gera­de nicht aus der Haf­tung ent­las­sen. Die blo­ße Mit­tei­lung der Ehe­leu­te, wie sie die monat­li­chen Zah­lun­gen zwi­schen sich auf­ge­teilt hat­ten, führ­te nicht zur Schuld­be­frei­ung gegen­über der Bank. Der Mann kann sich Zah­lun­gen an die Bank ledig­lich bei sei­ner Ex-Frau wie­der holen, wenn denn dort noch etwas zu holen ist.

Land­ge­richt Coburg, Urteil vom 4. Novem­ber 2008 – 23 O 426/​08 (rechts­kräf­tig)