Fest­stel­lungs­kla­ge statt Leis­tungs­kla­ge?

Zwar fehlt einem Klä­ger grund­sätz­lich das Fest­stel­lungs­in­ter­es­se, wenn eine Kla­ge auf Leis­tung mög­lich und zumut­bar ist und sie das Rechts­schutz­ziel erschöpft.

Fest­stel­lungs­kla­ge statt Leis­tungs­kla­ge?

Die Erhe­bung einer Leis­tungs­kla­ge kann jedoch unzu­mut­bar sein, wenn der Scha­den noch in der Ent­ste­hung begrif­fen oder nicht hin­rei­chend bezif­fer­bar ist, etwa weil vor­aus­sicht­lich eine Begut­ach­tung erfor­der­lich sein wird 1.

Zudem ist ein Klä­ger nicht gehal­ten, sei­ne Kla­ge in eine Leis­tungs­und eine Fest­stel­lungs­kla­ge auf­zu­spal­ten, wenn ein Teil des Scha­dens schon ent­stan­den und mit der Ent­ste­hung eines wei­te­ren Scha­dens jeden­falls nach sei­nem Vor­trag noch zu rech­nen ist 2.

Das Vor­han­den­sein eines Fest­stel­lungs­in­ter­es­ses ist auch in der Revi­si­ons­in­stanz von Amts wegen zu prü­fen 3.

Zwar ist eine Fest­stel­lungs­kla­ge grund­sätz­lich als unzu­läs­sig abzu­wei­sen, wenn das erfor­der­li­che Fest­stel­lungs­in­ter­es­se fehlt. Die Fest­stel­lungs­kla­ge kann dann aber als unbe­grün­det abge­wie­sen wer­den, wenn die sach­li­chen Vor­aus­set­zun­gen hier­für vor­lie­gen 4.

Bun­des­ge­richts­hof, Urteil vom 4. Sep­tem­ber 2019 – XII ZR 52/​18

  1. vgl. BGHZ 163, 351, 361 = NJW 2006, 1271, 1275 f.[]
  2. vgl. BGH Urteil vom 08.07.2003 – VI ZR 304/​02 NJW 2003, 2827[]
  3. BGH Urteil vom 21.02.2017 – XI ZR 467/​15 NJW 2017, 1823 Rn. 14 mwN[]
  4. vgl. BGHZ 12, 308, 316 = NJW 1954, 1159, 1160[]