Gebrauchs­über­las­sung an den Mie­ter

Eine vom Ver­mie­ter gemäß § 535 Abs. 1 Satz 2 BGB vor­zu­neh­men­de Gebrauchs­über­las­sung erfor­dert in Fäl­len, in denen – wie bei der Raum­mie­te – der Gebrauch der Miet­sa­che not­wen­dig deren Besitz vor­aus­setzt, über die Gestattung/​Dul­dung eines (Mit)Gebrauchs oder die blo­ße Ein­räu­mung der Mög­lich­keit zum (Mit)Gebrauch hin­aus die Ver­schaf­fung des unge­stör­ten allei­ni­gen Besit­zes an den Mie­ter, damit die­ser die Miet­sa­che aus­schließ­lich, und zwar auch unter Aus­schluss des Ver­mie­ters, benut­zen kann.

Gebrauchs­über­las­sung an den Mie­ter

Denn zu der einen Miet­ver­trag gemäß § 535 Abs. 1 Satz 1 BGB prä­gen­den Haupt­pflicht des Ver­mie­ters, dem Mie­ter den (unge­stör­ten) Gebrauch der Miet­sa­che wäh­rend der Miet­zeit zu gewäh­ren 1, gehört nach des­sen Satz 2 die Pflicht zur Gebrauchs­über­las­sung. Eine Gebrauchs­über­las­sung wie­der­um ist mehr als die Gestat­tung oder Dul­dung eines (Mit)Gebrauchs oder die blo­ße Ein­räu­mung der Mög­lich­keit zum (Mit)Gebrauch 2. Sie erfor­dert, wenn – wie hier bei der Raum­mie­te – der Gebrauch der Miet­sa­che not­wen­dig deren Besitz vor­aus­setzt, die vom Ver­mie­ter vor­zu­neh­men­de Ver­schaf­fung des unge­stör­ten allei­ni­gen Besit­zes an den Mie­ter, damit die­ser die Miet­sa­che aus­schließ­lich, und zwar ins­be­son­de­re auch unter Aus­schluss des Ver­mie­ters, benut­zen kann 3.

Bun­des­ge­richts­hof, Urteil vom 27. April 2016 – VIII ZR 323/​14

  1. vgl. BGH, Urteil vom 12.12 2012 – XII ZR 6/​12, NZM 2013, 191 Rn. 17[]
  2. BGH, Urtei­le vom 08.05.2015 – V ZR 62/​14, NZM 2015, 592 Rn. 18; vom 18.11.1955 – V ZR 162/​54, BGHZ 19, 85, 93; BFHE 139, 408, 410; jeweils mwN[]
  3. vgl. BGH, Urtei­le vom 17.07.2002 – XII ZR 86/​01, NJW 2002, 3322 unter 2 b bb; vom 01.02.1989 – VIII ZR 126/​88, NJW-RR 1989, 589 unter – II 1 a; vom 22.10.1975 – VIII ZR 122/​74, BGHZ 65, 137, 139 f.; BFHE 132, 124, 128[]