Keine Markenwerkstatt für 12½ Jahre altes Unfallauto

In vielen Verfahren werden von Geschädigten Reparaturkosten nicht aufgrund einer Reparaturkostenrechnung geltend gemacht. Es wird vielmehr auf der Grundlage eines eingeholten Sachverständigengutachtens „fiktiv“ abgerechnet. Häufig besteht dabei zwischen den Geschädigten und der Versicherung des Schädigers Streit darüber, ob die in einer markengebundenen Fachwerkstatt anfallenden Kosten oder nur die in einer ungebundenen Fachwerkstatt anfallenden Kosten zugrundezulegen sind. Das ist jeweils im Einzelfall zu prüfen.

Keine Markenwerkstatt für 12½ Jahre altes Unfallauto

In einem Rechtsstreit vor dem Amtsgericht Augsburg wollte der Kläger die in einer markengebundenen Fachwerkstatt des Herstellers Mercedes-Benz anfallenden Reparaturkosten erstattet. Die Versicherung hatte nur die in einer markenungebundenen Fachwerkstatt anfallenden Kosten bezahlt, zu Recht, wie das Amtsgericht Augsburg befand:

Das Fahrzeug war am Schadenstag 12½ Jahre alt. Es wies eine Laufleistung von über 150 000 Kilometern auf. Es lag kein überdurchschnittlich guter Allgemeinzustand vor. Vielmehr waren andere, zum Teil gravierende Schäden unrepariert gelassen worden. Eine regelmäßige Wartung in einer markengebundenen Fachwerkstatt wurde nicht dargetan. Damit entspricht die Reparatur in einer markengebundenen Fachwerkstatt nicht dem Wirtschaftlichkeitsgebot, dem die Entscheidung des Geschädigten folgen muss.

Amtsgericht Augsburg, Urteil vom 22. März 2010 – 20 C 791/09

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