Kfz-Leasing – und die deliktische Vorteilsausgleichung in Dieselfällen

Im Rahmen der deliktischen Vorteilsausgleichung entspricht der Wert der während der Leasingzeit erlangten Nutzungsvorteile eines Kraftfahrzeugs grundsätzlich der Höhe nach den vereinbarten Leasingzahlungen.

Kfz-Leasing – und die deliktische Vorteilsausgleichung in Dieselfällen

Der Autokäufer hat keinen Anspruch gegen die Fahrzeugherstellerin auf Schadensersatz, weil – auch bei Unterstellung einer Haftung dem Grunde nach – der Wert der während der Leasingzeit erlangten Nutzungsvorteile der Höhe nach dem vereinbarten Gesamtleasingpreis entspricht und dies sowohl etwaige Ansprüche aus § 826 BGB als auch etwaige Ansprüche aus § 823 Abs. 2 BGB in Verbindung mit den einschlägigen Abgasnormen ausschließt1.

Dass der objektive Leasingwert, auf den es für die Vorteilsanrechnung ankommt, im Streitfall geringer gewesen wäre als der vereinbarte Leasingpreis, machte der Autokäufer im hier entschiedenen Fall nicht geltend und war für den Bundesgerichtshof auch sonst nicht ersichtlich2.

Ob eine andere Betrachtung dann angezeigt ist, wenn aufgrund der Vertragsgestaltung von vornherein feststeht, dass der Leasingnehmer das Fahrzeug nach Ablauf der Leasingzeit übernehmen wird, kann dahinstehen3. Eine derartige Vertragsgestaltung ist im Streitfall weder den Feststellungen des Berufungsgerichts unter Berücksichtigung der vom Oberlandesgericht Koblenz in seinem Berufungsurteil4 in Bezug genommenen Vertragsunterlagen noch dem gemäß § 559 Abs. 1 ZPO beachtlichen Parteivorbringen zu entnehmen.

Bundesgerichtshof, Urteil vom 5. März 2024 – VI ZR 466/19

  1. vgl. dazu BGH, Urteile vom 16.09.2021 – VII ZR 192/20, NJW 2022, 321 Rn. 40 ff.; vom 21.04.2022 – VII ZR 783/21, NJW-RR 2022, 1104 Rn. 17; vom 21.04.2022 – VII ZR 247/21, ZIP 2022, 1281 Rn.19; vom 21.04.2022 – VII ZR 285/21, NJW-RR 2022, 1678 Rn. 17; BGH, Urteil vom 24.10.2023 – VI ZR 131/20, WM 2024, 218 Rn. 43 ff., 51; Beschlüsse vom 11.12.2023 – VI ZR 411/20, juris; vom 11.01.2024 – VI ZR 1361/20[]
  2. vgl. dazu BGH, Urteile vom 16.09.2021 – VII ZR 192/20, NJW 2022, 321 Rn. 47; vom 21.04.2022 – VII ZR 783/21, NJW-RR 2022, 1104 Rn.20; vom 21.04.2022 – VII ZR 247/21, ZIP 2022, 1281 Rn. 21; vom 21.04.2022 – VII ZR 285/21, NJW-RR 2022, 1678 Rn. 18[]
  3. vgl. dazu BGH, Urteile vom 16.09.2021 – VII ZR 192/20, NJW 2022, 321 Rn. 41, 42 a.E.; vom 21.04.2022 – VII ZR 783/21, NJW-RR 2022, 1104 Rn. 18; vom 21.04.2022 – VII ZR 247/21, ZIP 2022, 1281 Rn.20; vom 21.04.2022 – VII ZR 285/21, NJW-RR 2022, 1678 Rn. 21[]
  4. OLG Koblenz, Urteil vom 21.10.2019 – 12 U 246/19[]