Kran­ken­haus ohne Ver­si­che­rungs­schutz

Wer sich in ein Kran­ken­haus begibt, obwohl er zu die­sem Zeit­punkt nicht bei einer gesetz­li­chen Kran­ken­kas­se ver­si­chert ist, muss die Kran­ken­haus­rech­nung sel­ber bezah­len, auch wenn er nicht wuss­te, dass die Ver­si­che­rung erlo­schen ist.
Dem Kran­ken­haus steht in die­sen Fäl­len nach einem Urteil des Bun­des­ge­richts­hof gegen den Pati­en­ten – bei Kin­dern auch gegen­über den das Kind ein­lie­fern­den Eltern – ein Ver­gü­tungs­an­spruch aus dem geschlos­se­nen Behand­lungs­ver­trag zu. Zwar geht der Wil­le der Pati­en­ten und des Kran­ken­hau­ses dahin, einen für die Pati­en­ten nicht mit Zah­lungs­pflich­ten ver­bun­de­nen Behand­lungs­ver­trag zu schlie­ßen, den der Pati­ent soll­te als Kas­sen­pa­ti­ent in das Kran­ken­haus auf­ge­nom­men wer­den. In einem sol­chen Fall besteht ein Ver­gü­tungs­an­spruch des Kran­ken­haus­trä­gers unmit­tel­bar und aus­schließ­lich gegen die gesetz­li­che Kran­ken­kas­se. Dem Behand­lungs­ver­trag fehl­te aber die Geschäfts­grund­la­ge. Denn die gemein­sam geheg­te Vor­stel­lung, der Pati­ent sei in der gesetz­li­chen Kran­ken­ver­si­che­rung ver­si­chert, stell­te sich als Irr­tum her­aus. Die des­halb gebo­te­ne Ver­trags­an­pas­sung führt dazu, dass der Pati­ent den Pfle­ge­satz zu zah­len hat. Denn er trägt das Risi­ko, dass er auch tat­säch­lich kran­ken­ver­si­chert war. Der Pati­ent (bzw. bei Min­der­jäh­ri­gen deren Eltern) hat hier­zu im eige­nen Inter­es­se das Nöti­ge zu ver­an­las­sen und den Kran­ken­haus­trä­ger zutref­fend zu unter­rich­ten. Er weiß in der Regel, ob und bei wem er kran­ken­ver­si­chert ist. Besteht kein Ver­si­che­rungs­schutz, kann der Pati­ent gege­be­nen­falls durch die Inan­spruch­nah­me von Sozi­al­hil­fe für Kos­ten­de­ckung sor­gen. Umge­kehrt hat der Kran­ken­haus­trä­ger in der Regel kei­nen Ein­blick in die per­sön­li­chen und sozi­al­ver­si­che­rungs­recht­li­chen Ver­hält­nis­se des Pati­en­ten; er muss sich schon aus prak­ti­schen Grün­den – auf die Anga­ben des Pati­en­ten ver­las­sen dür­fen.
Bun­des­ge­richts­hof, Urteil vom 28. April 2005 – III ZR 351/​04

Kran­ken­haus ohne Ver­si­che­rungs­schutz