Obli­ga­to­ri­sche Streit­schlich­tung in Hes­sen

Der Lan­des­ge­setz­ge­ber kann gemäß § 15a EGZPO bestim­men, dass eine Kla­ge­er­he­bung erst zuläs­sig ist, nach­dem von einer durch die Lan­des­jus­tiz­ver­wal­tung ein­ge­rich­te­ten oder aner­kann­ten Güte­stel­le ver­sucht wor­den ist, die Strei­tig­keit ein­ver­nehm­lich bei­zu­le­gen. Die­se dem Lan­des­ge­setz­ge­ber ein­ge­räum­te Mög­lich­keit betrifft Strei­tig­kei­ten bis 750,- €, Nach­barstrei­tig­kei­ten, Strei­tig­kei­ten wegen Belei­di­gun­gen o.ä. sowie bestimm­te Ansprü­che nach All­ge­mei­nen Gleich­be­hand­lungs­ge­setz. Von die­ser Ermäch­ti­gung haben die ein­zel­nen Bun­des­län­der in unter­schied­li­chem Umfang Gebrauch gemacht.

Obli­ga­to­ri­sche Streit­schlich­tung in Hes­sen

In Hes­sen bil­det das Schlich­tungs­ver­fah­ren nach § 15a Abs. 1 EGZPO für einen auf Zah­lung gerich­te­ten Anspruch auch dann kei­ne Vor­aus­set­zung für die Zuläs­sig­keit einer Kla­ge, wenn der Anspruch mit der Ver­let­zung nach­bar­recht­li­cher Pflich­ten begrün­det wird.

Bun­des­ge­richts­hof, Urteil vom 10. Juli 2009 – V ZR 69/​08