Pla­nungs­feh­ler und die Haf­tung des Archi­tek­ten

Ein Pla­nungs­feh­ler (kei­ne Über­de­ckung von Lager­mat­ten) wirkt auch dann haf­tungs­be­grün­dend, wenn der Unter­neh­mer die­sen Feh­ler nicht umsetzt, dadurch aber das Bau­werk aus einem ande­ren Grund (unzu­rei­chen­de Beton­über­de­ckung der Beweh­rung) nicht dem Stand der Tech­nik ent­spricht.

Pla­nungs­feh­ler und die Haf­tung des Archi­tek­ten

Ein Pla­ner kann sich nicht dar­auf beru­fen, Feh­ler in der Bau­über­wa­chung und Bau­aus­füh­rung hät­ten unab­hän­gig von sei­nem Pla­nungs­feh­ler den gel­tend gemach­ten Scha­den ver­ur­sacht.

Der Bau­lei­ter, der die Bau­über­wa­chung über­nom­men hat, ist für das ord­nungs­ge­mä­ße Inein­an­der­grei­fen sei­ner Tätig­keit mit der­je­ni­gen der Fach­pla­ner ver­ant­wort­lich und muss sicher­stel­len, dass kri­ti­sche Bau­ab­schnit­te (hier: Beweh­rung von Beto­nier­ar­bei­ten) von ihm oder dem Fach­pla­ner kon­trol­liert wer­den.

Die Abwä­gung von Mit­ver­ur­sa­chungs­an­tei­len ist Auf­ga­be des Gerichts und nicht des Sach­ver­stän­di­gen, der dem Gericht ledig­lich die für die Abwä­gung tat­säch­li­chen Grund­la­gen dar­zu­le­gen hat.

Ist eine Prüf­sta­tik feh­ler­haft und ent­steht hier­durch ein Scha­den, so erge­ben sich kei­ne Ansprü­che des Bau­herrn gegen den Prüf­sta­ti­ker.

Ober­lan­des­ge­richt Stutt­gart Urteil vom 24. April 2012 – 10 U 7/​12