Quotelung von Sachverständigenkosten bei der Verkehrsunfallregulierung

Wird ein Fahrzeug bei einem Verkehrsunfall beschädigt, hat der Schädiger, soweit zur Geltendmachung des Schadensersatzanspruchs eine Begutachtung des beschädigten Fahrzeugs durch einen Sachverständigen erforderlich und zweckmäßig ist, grundsätzlich auch die dadurch entstehenden Kosten zu ersetzen. Trifft den geschädigten Fahrzeughalter an dem Unfall ein Mitverschulden, ist sein Ersatzanspruch gegebenenfalls auf eine Haftungsquote begrenzt. In diesem Fall stellt sich die Frage, ob auch die Sachverständigenkosten wie die übrigen Schadenspositionen des Geschädigten zu quoteln sind oder ob der Geschädigte die Sachverständigenkosten trotz seines Mitverschuldens in voller Höhe beanspruchen kann. Diese Frage ist in der Rechtsprechung in jüngster Zeit unterschiedlich beurteilt worden. Während nach Auffassung u. a. des Oberlandesgerichts Frankfurt am Main1 der Anspruch auf Ersatz der Sachverständigenkosten nicht entsprechend der Verursachungsquote zu kürzen sein soll, hat das Oberlandesgericht Celle2 – ebenso wie mehrere andere Gerichte – gegenteilig entschieden.

Quotelung von Sachverständigenkosten bei der Verkehrsunfallregulierung

Der Bundesgerichtshof schloss sich in nun in zwei Urteilen der zweiten Ansicht an und stellte klar, dass die Sachverständigenkosten ebenso wie die übrigen Schadenspositionen des Geschädigten nur im Umfang der Haftungsquote zu ersetzen sind.

Bundesgerichtshof, Urteile vom 7. Februar 2012 – VI ZR 133/11 und VI ZR 249/11

  1. OLG Frankfurt a.M., Urteil vom 05.04.2011 – 22 U 67/09[]
  2. OLG Celle, Urteil vom 24.08.2011 – 14 U 47/11[]

Bildnachweis: