Quo­telung von Sach­ver­stän­di­gen­kos­ten bei der Ver­kehrs­un­fall­re­gu­lie­rung

Wird ein Fahr­zeug bei einem Ver­kehrs­un­fall beschä­digt, hat der Schä­di­ger, soweit zur Gel­tend­ma­chung des Scha­dens­er­satz­an­spruchs eine Begut­ach­tung des beschä­dig­ten Fahr­zeugs durch einen Sach­ver­stän­di­gen erfor­der­lich und zweck­mä­ßig ist, grund­sätz­lich auch die dadurch ent­ste­hen­den Kos­ten zu erset­zen. Trifft den geschä­dig­ten Fahr­zeug­hal­ter an dem Unfall ein Mit­ver­schul­den, ist sein Ersatz­an­spruch gege­be­nen­falls auf eine Haf­tungs­quo­te begrenzt. In die­sem Fall stellt sich die Fra­ge, ob auch die Sach­ver­stän­di­gen­kos­ten wie die übri­gen Scha­dens­po­si­tio­nen des Geschä­dig­ten zu quo­teln sind oder ob der Geschä­dig­te die Sach­ver­stän­di­gen­kos­ten trotz sei­nes Mit­ver­schul­dens in vol­ler Höhe bean­spru­chen kann. Die­se Fra­ge ist in der Recht­spre­chung in jüngs­ter Zeit unter­schied­lich beur­teilt wor­den. Wäh­rend nach Auf­fas­sung u. a. des Ober­lan­des­ge­richts Frank­furt am Main [1] der Anspruch auf Ersatz der Sach­ver­stän­di­gen­kos­ten nicht ent­spre­chend der Ver­ur­sa­chungs­quo­te zu kür­zen sein soll, hat das Ober­lan­des­ge­richt Cel­le [2] – eben­so wie meh­re­re ande­re Gerich­te – gegen­tei­lig ent­schie­den.

Quo­telung von Sach­ver­stän­di­gen­kos­ten bei der Ver­kehrs­un­fall­re­gu­lie­rung

Der Bun­des­ge­richts­hof schloss sich in nun in zwei Urtei­len der zwei­ten Ansicht an und stell­te klar, dass die Sach­ver­stän­di­gen­kos­ten eben­so wie die übri­gen Scha­dens­po­si­tio­nen des Geschä­dig­ten nur im Umfang der Haf­tungs­quo­te zu erset­zen sind.

Bun­des­ge­richts­hof, Urtei­le vom 7. Febru­ar 2012 – VI ZR 133/​11 und VI ZR 249/​11

  1. OLG Frank­furt a.M., Urteil vom 05.04.2011 – 22 U 67/​09[]
  2. OLG Cel­le, Urteil vom 24.08.2011 – 14 U 47/​11[]