Ver­al­te­ter Gebraucht­wa­gen

Auch beim Gebraucht­wa­gen­kauf stellt es nach einem jetzt ver­öf­fent­lich­ten Urteil des OLG Cel­le einen Sach­man­gel dar, wenn das Pro­duk­ti­ons­da­tum des Fahr­zeugs und sei­ne Erst­zu­las­sung zeit­lich erheb­lich aus­ein­an­der­fal­len. Im ent­schie­de­nen Fall hat­te der Klä­ger im Novem­ber 2004 einen Citro­en Xsa­ra 1,6 SX mit einem Kilo­me­ter­stand von ledig­lich 10 km gekauft. Aus der Rech­nung ergab sich als Erst­zu­las­sungs­da­tum der 29. Janu­ar 2004. Nach­träg­lich erfuhr er, dass das Fahr­zeug bereits im Febru­ar 2002 gebaut wor­den war. Er woll­te den Kauf daher rück­gän­gig machen.

Ver­al­te­ter Gebraucht­wa­gen

Das OLG Cel­le gab ihm – wie schon das Land­ge­richt in ers­ter Instanz – Recht. Da das Erst­zu­las­sungs­da­tum bzw. die rela­ti­ve Neu­wer­tig­keit des Fahr­zeugs Ver­trags­grund­la­ge gewor­den sei, stel­le das Aus­ein­an­der­fal­len von Pro­duk­ti­ons- und Erst­zu­las­sungs­da­tum (hier: um 1 Jahr und 11 Mona­te) einen Sach­man­gel i.S. des Gewähr­leis­tungs­rechts dar.

Die Ent­schei­dung des Senats folgt damit der Recht­spre­chung des Bun­des­ge­richts­hofs für Neu­fahr­zeu­ge, nach der ein Pkw mit einer Lager­zeit von mehr als 12 Mona­ten nicht mehr als "fabrik­neu" gel­te. Da das Fahr­zeug im vor­lie­gen­den Fall "ver­meint­lich neu­wer­tig" gewe­sen sei, gebe es, so das OLG, kei­nen Grund, die­se Grund­sät­ze nicht zu über­tra­gen.

Der Klä­ger muss­te sich aller­dings einen Abzug vom zurück­zu­ge­wäh­ren­den Kauf­preis für die zwi­schen­zeit­li­che Nut­zung des Kfz gefal­len las­sen.

Ober­lan­des­ge­richt Cel­le, Urteil vom 13. Juli 2006 – 11 U 254/​05