Ver­gleichs­an­ge­bo­te für den Unfal­l­ersatz­wa­gen

Ober­lan­des­ge­richt Koblenz
Kos­ten für Miet­wa­gen nach Ver­kehrs­un­fall nicht unbe­grenzt ersatz­fä­hig

Ver­gleichs­an­ge­bo­te für den Unfal­l­ersatz­wa­gen

Geschä­dig­ter muss Ver­gleichs­an­ge­bo­te ein­ho­len

Der Geschä­dig­te eines Ver­kehrs­un­falls kann sei­ne Kos­ten für die Anmie­tung eines Ersatz­fahr­zeugs nicht unbe­grenzt ersetzt ver­lan­gen. Sind erheb­lich güns­ti­ge­re Miet­prei­se auf dem Markt zu erzie­len, ist der Geschä­dig­te gehal­ten, Ver­gleichs­an­ge­bo­te ein­zu­ho­len. Erstat­tet wird ihm dann ledig­lich der güns­ti­ge­re Tarif.

In einem beim Ober­lan­des­ge­richt Koblenz anhän­gi­gen Ver­fah­ren hat­te die Klä­ge­rin nach einem Ver­kehrs­un­fall für drei Wochen ein Ersatz­fahr­zeug ange­mie­tet, wodurch tat­säch­lich Kos­ten in Höhe von 3.016,65 € ent­stan­den waren. Unter Zugrun­de­le­gung eines bekann­ten Miet­preis­spie­gels, der die übli­chen Miet­wa­gen­kos­ten nach einem Ver­kehrs­un­fall auf­lis­tet, wären 2.588,25 € ange­mes­sen gewe­sen. Selbst die­se Kos­ten woll­te die beklag­te Ver­si­che­rung nicht erset­zen. Sie leg­te drei deut­lich güns­ti­ge­re Ange­bo­te ande­rer Anbie­ter auf dem ört­lich rele­van­ten Markt vor, die in der Höhe sogar noch erheb­lich unter dem nach dem Miet­preis­spie­gel ermit­tel­ten Betrag lagen (das güns­tigs­te ca. 900,– €) und zahl­te der Klä­ge­rin vor dem Pro­zess einen Betrag, der noch über die­sen Ange­bo­ten lag. Das Land­ge­richt Mainz hat­te ent­schie­den, dass die Beklag­te zu Recht wei­te­re Zah­lun­gen ver­wei­ger­te. Dies woll­te die Klä­ge­rin nicht akzep­tie­ren und griff das Urteil mit der Beru­fung an.

Das Ober­lan­des­ge­richt Koblenz schloss sich der Rechts­an­sicht des Land­ge­richts an und wies die Klä­ge­rin dar­auf hin, dass sie bewei­sen müs­se, dass die von ihr gel­tend gemach­ten Miet­wa­gen­kos­ten erfor­der­lich und ange­mes­sen gewe­sen sei­en. Allein der Hin­weis auf den Miet­preis­spie­gel genü­ge nicht. Die­ser kön­ne zwar grund­sätz­lich eine Ori­en­tie­rungs­hil­fe sein, es bestehe aber kei­ne Pflicht des Gerichts, die erfor­der­li­chen Miet­wa­gen­kos­ten dar­an zu ori­en­tie­ren.

Im vor­lie­gen­den Rechts­st­greit lagen aus Sicht des Ober­lan­des­ge­richts Koblenz kon­kre­te Anhalts­punk­te vor, dass das Ersatz­fahr­zeug zu güns­ti­ge­ren Kon­di­tio­nen habe gemie­tet wer­den kön­nen. Die Klä­ge­rin sei vor der Anmie­tung gehal­ten gewe­sen, nach güns­ti­ge­ren Tari­fen zu fra­gen oder Kon­kur­renz­an­ge­bo­te ein­zu­ho­len, weil sie Beden­ken gegen die Ange­mes­sen­heit des gefor­der­ten Prei­ses hät­te haben müs­sen. Die Anmie­tung des Fahr­zeu­ges sei erst drei Tage nach dem Unfall erfolgt, so dass auch kei­ne Eil- oder Not­si­tua­ti­on vor­ge­le­gen habe.

Ober­lan­des­ge­richt Koblenz, Hin­weis­be­schluss vom 26. Janu­ar 2011 – 12 U 221/​10