Ver­wer­fung der Beru­fung als unzu­läs­sig durch den Ein­zel­rich­ter

Der Ein­zel­rich­ter ist im Beru­fungs­ver­fah­ren nach § 526 Abs. 1 ZPO erst nach Über­tra­gung des Rechts­streits durch das Kol­le­gi­um zur Ent­schei­dung beru­fen. Er darf – und muss – die Sache, wenn er ihre grund­sätz­li­che Bedeu­tung bejaht, nach § 526 Abs. 2 Satz 1 Nr. 1 ZPO dem Kol­le­gi­um zur Ent­schei­dung über eine Über­nah­me vor­le­gen, wenn sich die grund­sätz­li­che Bedeu­tung aus einer "wesent­li­chen Ände­rung der Pro­zess­la­ge" ergibt, also nicht schon dann, wenn er sie anders als das Kol­le­gi­um von vorn­her­ein als grund­sätz­lich ansieht 1.

Ver­wer­fung der Beru­fung als unzu­läs­sig durch den Ein­zel­rich­ter

Die Zustän­dig­keit des Beru­fungs­ge­richts ins­ge­samt ist nach § 522 Abs. 1 Satz 1 ZPO nur für die Ver­wer­fung im Beschluss­we­ge zwin­gend vor­ge­se­hen, die gemäß § 523 Abs. 1 Satz 1 ZPO der Ent­schei­dung, ob der Rechts­streit auf den Ein­zel­rich­ter über­tra­gen wird, vor­her­geht.

Die­ser tritt nach § 526 Abs. 1 ZPO voll­stän­dig an die Stel­le des Kol­le­gi­ums. Er ist für die Ent­schei­dung des Rechts­streits ins­ge­samt und damit auch für die Ver­wer­fung der Beru­fung durch End­ur­teil zustän­dig 2.

Bun­des­ge­richts­hof, Urteil vom 27. Febru­ar 2013 – IV ZR 42/​11

  1. BGH, Urteil vom 16.07.2003 – VIII ZR 286/​02, NJW 2003, 2900[]
  2. BGH, Urteil vom 04.04.2012 – III ZR 75/​11, NJW-RR 2012, 702 Rn. 10 m.w.N.[]
  3. AG Eus­kir­chen, Urteil vom 19.03.2013 – 17 C 160/​12[]