Vor­la­ge­pflicht an den EuGH – und kein Rechts­mit­tel bei Nicht­vor­la­ge

Es besteht kei­ne Pflicht, einen Ver­stoß gegen Art. 267 AEUV umfas­send und damit über den vom Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt im Rah­men der Prü­fung des Art. 101 Abs. 1 Satz 2 GG ange­leg­ten Will­kür­maß­stab hin­aus zu kon­trol­lie­ren.

Vor­la­ge­pflicht an den EuGH – und kein Rechts­mit­tel bei Nicht­vor­la­ge

Abs. 3 AEUV for­dert kein zusätz­li­ches Rechts­mit­tel zur Über­prü­fung der Ein­hal­tung der Vor­la­ge­pflicht 1.

Zudem sind die ein­zel­staat­li­chen Gerich­te im Sin­ne des Art. 267 Abs. 3 AEUV beru­fen, die Fra­ge, ob für eine eige­ne Ent­schei­dung zunächst eine Ent­schei­dung über eine uni­ons­recht­li­che Fra­ge erfor­der­lich ist, in eige­ner Zustän­dig­keit zu klä­ren. Sie sind nicht zur Vor­la­ge ver­pflich­tet, wenn die Fra­ge nicht ent­schei­dungs­er­heb­lich ist 2.

Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt, Beschluss vom 27. April 2016 – 1 BvR 2996/​13

  1. vgl. BVerfGE 126, 286, 316; so auch BVerfGK 13, 506, 513 ff.; BVerfG, Beschluss vom 29.04.2014 – 2 BvR 1572/​10 26, jeweils m.w.N.[]
  2. vgl. EuGH, Urteil vom 06.10.1982, Cil­fit, 283/​81, Slg. 1982, S. 3415, Rn. 10; Urteil vom 18.07.2013, Con­siglio nazio­na­le dei geo­lo­gi v. Auto­ri­tà garan­te del­la con­cor­ren­za e del mer­ca­to, – C‑136/​12 26[]