Wie­der­ein­set­zung und die Beru­fungs­be­grün­dungs­frist

Die Recht­spre­chung des Bun­des­ge­richts­hofs, nach der die Frist zur Nach­ho­lung der Beru­fungs­be­grün­dung für die mit­tel­lo­se Par­tei erst mit der Mit­tei­lung der Ent­schei­dung über die Wie­der­ein­set­zung in den vori­gen Stand gegen die Ver­säu­mung der Beru­fungs­frist beginnt 1, stellt eine Aus­nah­me von den getrof­fe­nen gesetz­li­chen Regeln dar, weil sie allein auf der Beson­der­heit beruht, dass eine ver­fas­sungs­recht­lich pro­ble­ma­ti­sche Benach­tei­li­gung der mit­tel­lo­sen Par­tei bei der Bestim­mung der im Wie­der­ein­set­zungs­recht gel­ten­den Rechts­mit­tel­be­grün­dungs­fris­ten zu ver­mei­den ist; eine Über­tra­gung die­ser Recht­spre­chung auf Anträ­ge über die Wie­der­ein­set­zung einer nicht mit­tel­lo­sen Par­tei kommt danach nicht in Betracht.

Wie­der­ein­set­zung und die Beru­fungs­be­grün­dungs­frist

Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss vom 17. Mai 2010 – II ZB 12/​09

  1. BGHZ 173, 14; 13; BGH, Beschluss vom 26.05.2008 – II ZB 19/​07, NJW-RR 2008, 1306[]