Zei­tungs­pa­pier statt Gold­bar­ren

Hat der Ver­käu­fer sich zu einem ver­si­cher­ten Ver­sand von Ware ver­pflich­tet, dann muss er den Kauf­preis zurück­zah­len, wenn die Ware beim Trans­port ver­schwin­det und die Ver­si­che­rung nicht ein­tritt. Es lohnt sich daher, vor dem Ver­sen­den genau zu prü­fen, ob der Paket­in­halt (hier: Gold­bar­ren) tat­säch­lich ver­si­chert ist.

Zei­tungs­pa­pier statt Gold­bar­ren

Das zeigt ein Fall, der jetzt die Cobur­ger Jus­tiz beschäf­tigt hat und in dem der Inter­net­ver­käu­fer eines Gold­bar­rens zur Rück­zah­lung der Vor­aus­kas­se in Höhe von fast 4000 € an den Käu­fer ver­ur­teilt wur­de. Die Ver­si­che­rung des Paket­un­ter­neh­mens kam für den Ver­lust des Edel­me­talls nicht auf. Das ging zu Las­ten des Ver­käu­fers, weil zwi­schen ihm und dem Ver­käu­fer ein ver­si­cher­ter Ver­sand ver­ein­bart war.

Nicht nur Weih­nachts­päck­chen, son­dern Pake­te aller Art wer­den vom Emp­fän­ger in der Regel in freu­di­ger Erwar­tung geöff­net. Und nicht nur zu Weih­nach­ten sorgt der Inhalt mit­un­ter für lan­ge statt strah­len­de Gesich­ter. So auch bei einem Inter­net­käu­fer, der im Okto­ber 2007 per E‑Mail einen Gold­bar­ren (250 g) für 3.850 € erwarb. Das Geld über­wies er. Das weni­ge Tage spä­ter ein­tref­fen­de Paket ent­hielt aber nur zer­knüll­tes, ange­feuch­te­tes Zei­tungs­pa­pier. Nach­dem die Trans­port­ver­si­che­rung nicht ein­trat, woll­te der Klä­ger vom Ver­käu­fer die Zah­lung zurück. Der aber mein­te, mit Über­ga­be des Pake­tes an das Trans­port­un­ter­neh­men sei er von jeder Haf­tung frei.

Damit irr­te er jedoch gewal­tig. Amts- und Land­ge­richt Coburg ver­ur­teil­ten ihn in vol­lem Umfang zur Rück­zah­lung. Denn aus der E‑Mail-Kor­re­spon­denz ging her­vor, dass die Par­tei­en sich auf einen ver­si­cher­ten Ver­sand geei­nigt hat­ten. Der Beklag­te hat­te sich aber nicht bei dem Paket­un­ter­neh­men ver­ge­wis­sert, ob der Gold­bar­ren tat­säch­lich von der Trans­port­ver­si­che­rung erfasst war. Damit wich er von der ver­ein­bar­ten Art der Ver­sen­dung ab, wes­halb er dem Klä­ger zum Scha­dens­er­satz ver­pflich­tet ist.

Amts­ge­richt Coburg, Urteil vom 12. Juni 2008 – 11 C 1710/​07
Land­ge­richt Coburg, Urteil vom 12. Dezem­ber 2008 – 32 S 69/​08