Insol­venz­an­fech­tung und der Benach­tei­li­gungs­vor­satz des Schuld­ners

Sind bei­de Tei­le über die Zah­lungs­un­fä­hig­keit des Schuld­ners unter­rich­tet, kann von einem Benach­tei­li­gungs­vor­satz des Schuld­ners und des­sen Kennt­nis bei dem Gläu­bi­ger aus­ge­gan­gen wer­den, weil der Schuld­ner weiß, nicht sämt­li­che Gläu­bi­ger befrie­di­gen zu kön­nen, und dem Gläu­bi­ger bekannt ist, dass infol­ge der ihm erbrach­ten Leis­tung die Befrie­di­gungs­mög­lich­keit an derer Gläu­bi­ger ver­ei­telt oder zumin­dest erschwert wird 1.

Insol­venz­an­fech­tung und der Benach­tei­li­gungs­vor­satz des Schuld­ners

Die­ser Grund­satz gilt auch dann, wenn eine kon­gru­en­te Leis­tung ange­foch­ten wird 2.

Der Son­der­fall, dass eine kon­gru­en­te Leis­tung Zug um Zug gegen eine zur Fort­füh­rung des Unter­neh­mens unent­behr­li­che Gegen­leis­tung erbracht wird 3, liegt im Hin­blick auf die hier in Rede ste­hen­de Bera­tungs­tä­tig­keit nicht vor. Da der Beklag­te die gegen § 64 GmbHG ver­sto­ßen­den erheb­li­chen Zah­lun­gen der Geschäfts­füh­rung nicht unter­bun­den hat, kann von einer den Gläu­bi­gern nütz­li­chen Tätig­keit nicht aus­ge­gan­gen wer­den.

Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss des IX. Zivil­se­nats vom 6. Febru­ar 2014 – IX ZR 221/​11

  1. BGH, Urteil vom 06.12 2012 – IX ZR 3/​12, WM 2013, 174 Rn. 15 mwN; vom 24.10.2013 – IX ZR 104/​13, WM 2013, 2231 Rn. 11[]
  2. BGH, Urteil vom 10.01.2013 – IX ZR 13/​12, WM 2013, 180 Rn. 14 f; vom 10.01.2013 – IX ZR 28/​12, NZI 2013, 253 Rn. 16 f; vom 24.01.2013 – IX ZR 11/​12, WM 2013, 361 Rn. 25; vom 25.04.2013 – IX ZR 235/​12, WM 2013, 1044 Rn. 25[]
  3. vgl. BGH, Beschluss vom 16.07.2009 – IX ZR 28/​07, NZI 2009, 723 Rn. 2[]