Straf­zu­mes­sung – im zwei­ten Durch­gang

Wird ein Urteil auf ein Rechts­mit­tel zuguns­ten des Ange­klag­ten im Straf­aus­spruch auf­ge­ho­ben und ver­mag der neue Tatrich­ter Fest­stel­lun­gen nicht zu tref­fen, die im ers­ten Rechts­zug als bestim­men­de Zumes­sungs­tat­sa­chen straf­schär­fend her­an­ge­zo­gen wor­den waren, hält er aber den­noch eine gleich hohe Stra­fe für erfor­der­lich, so hat er nach stän­di­ger Recht­spre­chung sei­ne Ent­schei­dung ein­ge­hend zu begrün­den.

Straf­zu­mes­sung – im zwei­ten Durch­gang

Denn die ursprüng­li­che Bewer­tung der Tat und die Straf­zu­mes­sung in der auf­ge­ho­be­nen Ent­schei­dung sind zwar kein Maß­stab für die neue Bemes­sung der Stra­fe, jedoch hat der Ange­klag­te einen Anspruch dar­auf zu erfah­ren, war­um er trotz des Weg­falls eines Straf­schär­fungs­grun­des nun gleich hoch bestraft wird 1.

Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss vom 8. Dezem­ber 2015 – 3 StR 416/​15

  1. vgl. BGH, Beschlüs­se vom 27.11.2012 – 3 StR 439/​12, StV 2013, 758, 759; vom 28.04.2015 – 3 StR 92/​15, NStZ-RR 2015, 207 jeweils mwN[]