Tat­sa­chen­fest­stel­lun­gen vor dem BFH

Die Auf­ga­be, die Tat­sa­chen eines Rechts­strei­tes fest­zu­stel­len und die­sen nach dem Gesamt­bild der Ver­hält­nis­se zu wür­di­gen, obliegt nach der Recht­spre­chung des Bun­des­fi­nanz­hofs im Wesent­li­chen, da weit­ge­hend auf tat­säch­li­chem Gebiet gele­gen, aus­schließ­lich dem Finanz­ge­richt als Tatrich­ter; sei­ne Wür­di­gung der tat­säch­li­chen Ver­hält­nis­se ist revi­si­ons­recht­lich nur begrenzt über­prüf­bar.

Tat­sa­chen­fest­stel­lun­gen vor dem BFH

Aller­dings ist sie nicht jeder revi­si­ons­recht­li­chen Über­prü­fung ent­zo­gen. Das Finanz­ge­richt ist näm­lich ins­be­son­de­re wenn es um die Anwen­dung "offe­ner" Begrif­fe (wie der Selb­stän­dig­keit und Eigen­ver­ant­wor­tung im Rah­men der Fest­stel­lung der Unter­neh­mer­ei­gen­schaft) geht, bei der Fest­stel­lung und Gewich­tung der ent­schei­dungs­er­heb­li­chen Tat­sa­chen und Beweis­ergeb­nis­se zwar kei­nen star­ren Regeln unter­wor­fen. Es muss aber sei­ne sub­jek­ti­ve Über­zeu­gung objek­ti­vie­ren und Beweis­wür­di­gungs­re­geln beach­ten, die der Lebens­er­fah­rung Rech­nung tra­gen. Sei­ne sub­jek­ti­ve Gewiss­heit vom Vor­lie­gen eines ent­schei­dungs­er­heb­li­chen Sach­ver­hal­tes ist nur dann aus­rei­chend und für das Revi­si­ons­ge­richt bin­dend, wenn sie auf einer logi­schen, ver­stan­des­mä­ßig ein­sich­ti­gen Beweis­wür­di­gung beruht, deren nach­voll­zieh­ba­re Fol­ge­run­gen den Denk­ge­set­zen und all­ge­mein aner­kann­ten Erfah­rungs­sät­zen ent­spre­chen und von den fest­ge­stell­ten Tat­sa­chen getra­gen wer­den. Fehlt es an einer trag­fä­hi­gen Tat­sa­chen­grund­la­ge für die Fol­ge­run­gen in der tatrich­ter­li­chen Ent­schei­dung oder fehlt die nach­voll­zieh­ba­re Ablei­tung die­ser Fol­ge­run­gen aus den fest­ge­stell­ten Tat­sa­chen und Umstän­den, so liegt ein Ver­stoß gegen die Denk­ge­set­ze vor, der als Feh­ler der Rechts­an­wen­dung vom Revi­si­ons­ge­richt bean­stan­det wer­den kann.

Bun­des­fi­nanz­hof, Urteil vom 25. Sep­tem­ber 2007 – VII R 28/​06