Ver­bot von Wett­bü­ros für all­ge­mei­ne Sport­wet­ten

Ein wei­te­rer Bei­trag im Wett­be­werb, wie das EuGH-Urteil zum deut­schen Sport­wet­ten­mo­no­pol umschifft wer­den kann: Die Stadt Lud­wigs­ha­fen hat den Betrieb von zwei Wett­bü­ros für all­ge­mei­ne Sport­wet­ten zu Recht mit sofor­ti­ger Wir­kung unter­sagt, ent­schied jetzt das Ver­wal­tungs­ge­richt Neu­stadt.

Ver­bot von Wett­bü­ros für all­ge­mei­ne Sport­wet­ten

Die Antrag­stel­le­rin, eine GmbH, betreibt in Lud­wigs­ha­fen sowohl in der Rohr­lach­stra­ße als auch in der Lud­wig­stra­ße ein Wett­bü­ro für all­ge­mei­ne Sport­wet­ten. Die­se Nut­zung hat die Stadt – gestützt auf die Lan­des­bau­ord­nung – ver­bo­ten und hier­für zugleich den Sofort­voll­zug ange­ord­net. Dage­gen hat sich die Antrag­stel­le­rin mit Eil­an­trä­gen an das Ver­wal­tungs­ge­richt gewandt.

Das Ver­wal­tungs­ge­richt hat die Nut­zungs­un­ter­sa­gung bestä­tigt: Es feh­le jeweils die erfor­der­li­che Bau­ge­neh­mi­gung. Zwar sei in bei­den Fäl­len eine Wett­an­nah­me­stel­le für Pfer­de­wet­ten geneh­migt, der Betrieb eines Wett­bü­ros für all­ge­mei­ne Sport­wet­ten stel­le jedoch als „Sor­ti­ments­er­wei­te­rung“ eine geneh­mi­gungs­be­dürf­ti­ge Nut­zungs­er­wei­te­rung dar. Durch das Anbie­ten auch all­ge­mei­ner Sport­wet­ten wer­de zudem ein ande­rer und ins­be­son­de­re grö­ße­rer Kun­den­kreis ange­spro­chen als durch das blo­ße Anbie­ten von Pfer­de­wet­ten. Hin­zu kom­me, dass die Wett­bü­ros Ver­gnü­gungs­stät­ten im städ­te­bau­li­chen Sinn und des­halb an ihren Stand­or­ten nicht geneh­mi­gungs­fä­hig sei­en. Die nähe­re Umge­bung des Wett­bü­ros in der Rohr­lach­stra­ße ent­spre­che einem all­ge­mei­nen Wohn­ge­biet; Ver­gnü­gungs­stät­ten sei­en in all­ge­mei­nen Wohn­ge­bie­ten weder all­ge­mein noch aus­nahms­wei­se zuläs­sig. Das Wett­bü­ro in der Lud­wig­stra­ße befin­de sich in einem Misch­ge­biet, dür­fe aber auf­grund sei­ner Grö­ße (ca. 260 qm Grund­flä­che) nur in einem Kern­ge­biet betrie­ben wer­den. Die Bau­auf­sichts­be­hör­de sei des­halb berech­tigt, mit sofor­ti­ger Wir­kung gegen die unge­neh­mig­te Nut­zung ein­zu­schrei­ten.

Ver­wal­tungs­ge­richt Neu­stadt, Beschlüs­se vom 3. Febru­ar 2011 – 3 L 60/​11.NW, und vom 9. Febru­ar 2011 – 3 L 59/​11.NW