Arbeits­recht­lich tole­rier­te Schleich­wer­bung

Durch einen Redak­teur im Fern­seh­pro­gramm lan­cier­te Schleich­wer­bung recht­fer­ti­gen zumin­dest bei lang­jäh­rig beschäf­tig­ten Redak­teu­ren nicht die Kün­di­gung ihres Anstel­lungs­ver­hält­nis­ses. Mit die­ser Begrün­dung hat jetzt das Arbeits­ge­richt Köln die frist­lo­se Kün­di­gung eines Redak­teu­res des West­deut­schen Rund­funks für unwirk­sam erklärt.

Arbeits­recht­lich tole­rier­te Schleich­wer­bung

Der Klä­ger war seit 1988 bei dem WDR als Redak­teur und Autor beschäf­tigt. Für sei­ne jour­na­lis­ti­sche Arbeit erhielt er zahl­rei­che Aus­zeich­nun­gen. Der WDR wirft dem Klä­ger vor, in einem am 19.10.2009 gesen­de­ten Film­be­richt und durch einen Auf­tritt am 21. Okto­ber 2009 in der Fern­seh­sen­dung „Hart aber fair” unter Miss­ach­tung jour­na­lis­ti­scher Pflich­ten über ein angeb­lich wir­kungs­vol­les aber von der Phar­ma­in­dus­trie abge­lehn­tes Medi­ka­ment berich­tet zu haben.

In nahem zeit­li­chen Zusam­men­hang zu den Sen­dun­gen sei­en dann das Medi­ka­ment auf den Markt gebracht und ein Buch des Klä­gers unter dem Titel „Hei­lung uner­wünscht – die dra­ma­ti­sche Geschich­te eines Medi­ka­ments” ver­öf­fent­licht wor­den. Ent­ge­gen einer Ehren­er­klä­rung des Klä­gers gegen­über der Inten­dan­tin erge­be sich aus diver­sen eMails, dass die Sen­dun­gen, das Erschei­nen des Buches und die Markt­ein­füh­rung des Medi­ka­ments abge­stimmt gewe­sen sei­en.

Das Arbeits­ge­richt Köln hat die frist­lo­se Kün­di­gung des Klä­gers nun für unwirk­sam erklärt, da die Grün­de für die Ent­las­sung bei einer Gesamt­schau ange­sichts des lang­jäh­ri­gen Arbeits­ver­hält­nis­ses nicht aus­rei­chend sei­en.

Arbeits­ge­richt Köln, Urteil vom 20.01.2011 – 6 Ca 4641/​10 -